Eine Reise wie aus einem Thriller

Nach der Veröffentlichung von Dan Browns „Inferno“ sind Fans wieder im Krimi-Fieber. Thriller-Touren zu den Illuminati-Drehorten in Rom boomen.

Spannung ist im Reisepreis inklusive. Dan Browns Thriller „Inferno“ hat die Fans des Star-Autoren wieder auf den Abenteuer-Geschmack gebracht. Während das aktuelle Werk, das in Florenz, Venedig und Istanbul spielt, zum neuen globalen Bestseller avanciert, ist das Interesse am Vorgänger-Roman „Illuminati“ wieder stark gestiegen. Thriller-Fans wandeln erneut mit Vorliebe in Rom auf den Spuren von Browns Helden, dem Symbolforscher Robert Langdon.

Bei der Illuminati-Tour, einer Führung, die Geschichte, Literatur und Action verbindet, können Rom-Besucher die Originalschauplätze der Szenen des Romans „Angels and Demons“ („Illuminati“) vom Petersdom bis zur Engelsburg hautnah erleben.

In Dan Browns Vatikanthriller taucht der längst aufgelöst geglaubte Geheimbund der „Illuminati“ wieder aus der Vergangenheit auf, um sich an der katholischen Kirche für deren forschungsfeindliche Haltung zu rächen. Den Bund gab es wirklich, er wurde 1776 in Ingolstadt gegründet, bestand aber nur für kurze Zeit. Im Roman hält ein von den Illuminaten beauftragter Entführer vier Kardinäle gefangen; einer von ihnen hätte beim gleichzeitig stattfindenden Konklave zum Papst gewählt werden sollen. Der geheimnisvolle Entführer kündigt an, einen Geistlichen nach dem anderen umbringen zu wollen. Am Ende soll eine Bombe die Kardinalsversammlung nebst Petersdom und allen Schätzen des Vatikans in die Luft jagen. Die Tatorte liegen alle an bekannten Sehenswürdigkeiten.

Der „Illuminati“-Trip ist jedenfalls ein kunsthistorischer Schnellkurs zur Entdeckung der Highlights von Rom. Bei dem dreieinhalbstündigen Rundgang, der auch in deutscher Sprache angeboten wird, lernen Rom-Besucher zu unterscheiden, was historische Wahrheit und was Fiktion ist.

Die Fortbewegung mit einem Elektromobil ermöglicht Touristen, in kurzer Zeit größere Entfernungen zurückzulegen. Genau wie im Kino- streifen geht es bei der Führung zu Originalschauplätzen wie der Engelsburg, dem Petersplatz, der Piazza Navona, der Piazza del Popolo und zum Pantheon. Die Tour führt entlang des im Roman beschriebenen „Pfad der Erleuchtung“. Dieser Weg soll die Hauptfigur des Thrillers, Langdon, zum Hauptquartier der Illuminati führen.

Tour-Organisator Ewout Kieckens ist Journalist und Vatikan-Experte. Seit zehn Jahren organisiert der Niederländer thematische Rundgänge in Rom. „Die Zahl der Besucher in Rom wächst seit Jahren ständig. Der Erfolg von Dan Browns Büchern hat zu diesem Tourismusboom beigetragen. Rundgänge, die auf Romanen und Filmen basieren, werden inzwischen in vielen Städten immer populärer. Ich bin überzeugt, dass der Markt für solche Touren künftig weiter wächst“, sagte Kieckens. Auf seiner Webseite (www.love-rome.com) bietet er Fans der Ewigen Stadt eine breite Auswahl von Touren, die sich an in Rom spielenden Romanen, Filmen und Opern wie „Tosca“ anlehnen.

Doch der „Illuminati“-Trip ist nicht die einzige auf Filmen basierende Führung, die zurzeit in der Ewigen Stadt hoch im Kurs ist. Wer von den Geheimnissen und Verschwörungen rund um den Vatikan fasziniert ist, darf sich die „Borgia“-Tour nicht entgehen lassen. Der Rundgang, der auf der vom ORF mitproduzierten TV-Serie „Borgia“ fußt, führt Besucher auf Entdeckung der Orte, an denen sich das Leben der korrupten Borgia-Dynastie mit Papst Alexander VI. abspielte. Von der Nähe erlebt man, wo der einflussreiche Borgia-Pontifex und seine Nachkommen alle nur erdenklichen Verbrechen begingen, um Macht, Einfluss und einen enormen Reichtum für sich und seine Familie anzuhäufen und zu bewahren. Dank der originellen Tour durch den Vatikan und Rom erwachen die Borgias zu neuem Leben.

Der Rundgang führt die Teilnehmer an viele Orte, die mit den Borgias zusammenhängen, in erster Linie zu Alexanders Wohnung im Vatikan, zum Bordell der Maitresse des Papstes und zum Schlafzimmer, in dem Cesare Borgia seinen Schwager ermordete. Mit größter Lebendigkeit werden diese historischen Ereignisse erzählt, dabei erfährt man, was geschichtliche Fakten sind und was Fiktion ist. Nicht alles Übel, das den Borgias vorgeworfen wird, entspricht nämlich der historischen Wahrheit. Die Borgia-Familie ist dank der erfolgreichen TV-Serie „Borgia“, die weltweit zum Hit wurde, zu neuem Leben erwacht. Noch bekannter ist die US-amerikanische Fernsehserie „Die Borgias“ mit Jeremy Irons in der Hauptrolle. (APA)


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