Südtiroler Sparkasse wirft Auge auf Tiroler Banken

Die Pläne der Südspa für eine Tirol-Filiale liegen auf Eis. Das könnte sich 2014 aber ändern. Vertriebsdirektor Moritz Moroder sieht sich „sehr wachsam“ in Tirol um. Im Visier: der Ankauf von Tiroler Bankfilialen.

Von Nina Werlberger

Innsbruck, Bozen –Fünf Jahre nach ihrem letzten Versuch hegt die Südtiroler Sparkasse (Südspa) erneut Pläne, in Tirol Fuß zu fassen. Im Herbst 2008 hatte die Bank angekündigt, eine Filiale in Innsbruck eröffnen zu wollen. Diese gibt es bis heute nicht. Seit vergangenem Sommer wird jedoch mit der Tiroler Sparkasse (Tispa) kooperiert. Dessen ungeachtet haben die Südtiroler ihre Tirol-Pläne keineswegs begraben. Tirol stehe weiterhin im Strategieplan der Südspa, erklärte Moritz Moroder, Vertriebsdirektor der Bank. Wann es einen neuen Anlauf für eine Filiale in Tirol gibt? „2014 könnte das ein Thema werden“, erklärte Moroder, und fügte an: „Wir halten uns diese Option offen. Allerdings haben wir die Bremse darauf gesetzt. Ad acta gelegt ist das Thema aber nicht.“

Moroder betonte, dass die Südtiroler Sparkasse auch mögliche Übernahmen in Tirol prüfe, nachdem man kürzlich 26 Filialen der italienischen Privatbank Banca Sella gekauft habe. „Für uns ist auch der Ankauf von Filialen einer Tiroler Bank interessant“, sagte er. Man beobachte den Markt „sehr wachsam“. Details zu Gesprächen mit heimischen Instituten nannte er nicht, es gebe kein konkretes Projekt. Nur so viel: „Wir haben ein Auge auf Tirol.“

Vorerst liege der Fokus der Bank aber auf der Zusammenarbeit mit der Tispa. Beide Banken bieten seit 2012 gemeinsam ein Euregio-Konto an. Seit dem Start der Zusammenarbeit wurden 400 solcher Kontoverträge abgeschlossen, sagte der Repräsentanzleiter der Südspa in Innsbruck, Siegfried Rainer-Theurl. Auch Anleihen bzw. Obligationen werden auf beiden Seiten des Brenners verkauft.

Rainer-Theurl erzählte, dass der Aufbau der geplanten Tirol-Filiale zunächst vor allem an der Technik scheiterte. In den großen Rechenzentren habe man den Südtiroler Marktzugang „nicht gerade unterstützt“, so Rainer-Theurl. Ohne EDV-System gab es auch keine Möglichkeit, Bankgeschäfte zu betreiben. 2010 seien die Pläne dann auf Eis gelegt worden.

Rainer-Theurl war einst Hypo-Vorstand, als die Nord-Südtiroler Bankenehe von Hypo Tirol und Südspa unter großem politischen Radau scheiterte. Aktuell berät er an drei Tagen pro Woche Südtiroler Kunden mit Tirol-Interessen. Im Fokus stehen dabei häufig Immobilien. Am Standort der zuvor geplanten Filiale am Innsbrucker Bozner Platz sucht die Südspa nun einen Untermieter.

Die Südtiroler Sparkasse hat rund 1300 Mitarbeiter und 120 Filialen in Südtirol, Oberitalien sowie eine in München. Der Gewinn vor Steuern lag im Vorjahr bei 19,8 Mio. Euro – um 38 % weniger als im Jahr zuvor.


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