Die Zeit des Zitterns und Ritterns

In den Reihen von SPÖ und ÖVP gilt die Fortsetzung der großen Koalition als ausgemacht. Nur wer die Koalition anführt – und wer die Schlüsselpositionen behält und verliert – gilt noch als offen. Ein Überblick.

Von Michael Sprenger

Wien –Als Nikolaus Berlakovich nach seiner Angelobung über den Ballhausplatz zur ersten Sitzung des Ministerrates schritt, da wurde er mit „Niki, Niki“-Rufen von seiner burgenländischen Fangemeinde begrüßt. Mittlerweile ist es um den schwarzen Landwirtschaftsminister sehr ruhig geworden. Dass Berlakovich bei einer Fortführung einer großen Koalition dem Kabinett erneut angehören wird, glaubt niemand. Außer Berlakovich selbst. Spätestens seit seinem Bienen-Desaster ist er ein Ablösekandidat. Nicht viel besser ergeht es Justizministerin Beatrix Karl. Einst als Wissenschaftsministerin hatte die ÖVP-Politikerin einen Ruf als Liberale, doch kaum wechselte sie ins Justizministerium, bemühte sie sich redlich, ihren Ruf zu verspielen. Zuletzt wurde auch Finanzministerin Maria Fekter auf der ÖVP-Seite als ablösereif bezeichnet. Sie war nicht nur Reibebaum für den Koalitionspartner SPÖ, sie trat auch aus Sicht der ÖVP zu häufig ins Fettnäpfchen. Sollte jedoch die ÖVP am 29. September stimmenstärkste Partei werden, dann könnte Fekter den prestigeträchtigen Posten der Nationalratspräsidentin zugesprochen bekommen.

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