Spaltung bei Vorwärts: „Kein Kommentar“ von Oppitz und Hosp

„Unerhörter Druck“ und „überfallsartiger Putsch“: Nach der Abrechnung und dem Rücktritt von Vorwärts-Parteichef Hans Lindenberger gibt es von Anna Hosp und Innsbrucks Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer weiter keinen Kommentar zu dessen Vorwürfen.

Innsbruck - Nach dem Rücktritt von Hans Lindenberger als Parteiobmann von Vorwärts Tirol und seinen massiven Angriffen und Beschuldigungen gegen Innsbrucks Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer und Ex-VP-Landesrätin Anna Hosp sind die beiden Mitbegründerinnen der Liste auf Tauchstation gegangen. Oppitz-Plörer war seit Montagmittag trotz mehrmaliger Versuche nicht zu sprechen, über ihr Büro ließ sie lediglich „kein Kommentar“ ausrichten.

Auch Hosp und der Ex-Geschäftsführer der Partei und Oppitz-Vertraute Lucas Krackl waren nicht zu sprechen. Somit blieb vorerst auch unklar, ob die vom Oppitz-Plörer/Hosp-Lager für den 19. Juli avisierte Generalversammlung auch tatsächlich stattfinden wird. Lindenberger und die drei weiteren Landtagsabgeordneten von Vorwärts, die allesamt auch ihre Vorstandsfunktionen niedergelegt haben, hatten ihre für den 11. Juli angesetzte Generalversammlung am Montag abgesagt.

Die vier Landtagsabgeordneten wollen vorerst als Landtagsklub unter dem Namen „vorwärts Tirol“ weitermachen. Sie erhalten 200.000 Euro jährlich an Klubförderung. Um die Parteienförderung in der Höhe von rund 700.000 Euro werde man ab dem kommenden Jahr nicht mehr ansuchen, kündigte Lindenberger an.

„Unerhörter Druck“ aus der Ecke der „beiden Damen“

Lindenberger hatte am Montag bei einer Pressekonferenz von einem „unerhörten Druck“ aus der Ecke der „beiden Damen“ Oppitz-Plörer und Hosp gesprochen, der in letzter Zeit das „Maß der Unerträglichkeit“ erreicht habe. So sei man etwa unmittelbar, nachdem deren Versuche gescheitert waren, einen der Abgeordneten zum Mandatsverzicht für Hosp zu bewegen, mit einer Wahlkampf-Rechnung eines Innsbrucker Unternehmers in der Höhe von rund 700.000 Euro konfrontiert worden. Der Unternehmer, angeblich ein Vertrauter Hosps und Oppitz-Plörers, sei bis zum heutigen Tag nicht in der Lage gewesen, die Richtigkeit seiner Forderung durch Unterlagen zu belegen.

Zudem habe laut dem Vorwärts-Klubobmann ein „überfallsartiger Putsch“ stattgefunden. Die Gegenseite habe nämlich „nicht statutenkonform“ zu einer Generalversammlung der Partei für den 19. Juli geladen. Gegen Krackl habe man inzwischen Anzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattet, so Lindenberger. Die Buchhaltung sei „im Argen“ gelegen, Krackl habe das „Haus mit leeren Computern“ und gelöschten Mails verlassen. (APA, TT.com)


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