Ein Kübel Farbe wirkt Wunder

Kein Geld für teure Möbel? Kein Problem, die Studentenwohnung lässt sich auch anders gemütlich einrichten: mit frischer Farbe an den Wänden und Möbeln vom Dachboden.

Bad Honnef –Schon kleine Ideen reichen, um kostengünstig eine Wohnung einzurichten. Studenten müssen nur ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Dabei setzen sie aber häufig den falschen Fokus: Statt teurer Möbel mit allem Schnickschnack sollten sie lieber Wert auf eine ordentliche und gemütliche Grundausstattung der Räume legen.

„Studentenbuden sind meist nicht nur sehr klein, sondern durch häufigen Wechsel verwohnt und wenig einladend“, sagt Möbelexpertin Ursula Geismann. Meistens wird das hingenommen – denn ewig lebt der Student schließlich darin nicht. Dabei ist sogar aus praktischen Gründen eine kleine Renovierung meist sinnvoll.

Fleckige alte Teppichböden gehören laut Geismann raus – allerdings in Absprache mit dem Vermieter. „Glatte, wischbare Beläge wie Laminat oder fertiges Holzparkett sind nicht nur für Allergiker unter den Studenten sinnvoll“, sagt die Wohnexpertin. Statt eines sperrigen Staubsaugers brauchen sie dafür nur Besen und Wischmopp zum Reinigen. Um günstig an Bodenbelag zu kommen, sollten Studenten in Baumärkten oder im Fachhandel nach Restposten fragen.

Für die Inneneinrichterin Katharina Semling ist die Wahl der Farben der Schlüssel, sich auch in sehr kleinen Räumen wohlzufühlen. „Wenn ich mich auf drei Farben insgesamt beschränke, kann der Raum ruhig ein wenig vollgestellt sein“, meint die Expertin. Sie empfiehlt, die Wände in einem Pastellton zu streichen. Das öffne optisch den Raum und lasse ihn großzügiger wirken.

Alle Möbel sind am besten weiß. Akzente schaffen kräftige Farben etwa bei den Accessoires – „dann wirkt auch die kleinste Muggelhöhle wie eine süße Villa“, sagt Semling. Auch Geismann würde vornehmlich helle Farben wählen. „Das weitet nicht nur den Raum, es spart auch Energie, weil man das Licht weniger oft anstellen muss.“ Bei den Möbeln sollten Studenten auf mobile, wandelbare Stücke setzen, rät Geismann. Viele wollten vor allem schnell umziehen können – etwa für ein Auslandssemester. Statt auf einen Kasten setzen sie lieber auf Regale und andere schnell zusammensetzbare Stücke.

Glück hat, wer im Keller oder Dachboden von Eltern, Freunden und Verwandten stöbern darf. Eine Fundgrube kann auch eine Sperrmüllsammlung sein. Hier finden sich Schreibtische, Sessel, Regale – und das meiste auch noch in einer Qualität aus Zeiten, als ein Sessel noch lange halten sollte, sagt Semling.

Beim Zusammenstellen von Möbeln aus verschiedenen Stilrichtungen rät die Designerin, auf die Farbe zu achten und die Stücke so kombinierbar zu machen.

Ganz wichtig ist der Platz zum Schlafen. „Auch wenn man als junger Mensch noch so beweglich ist, ist es keine gute Idee, aus Kostengründen nur eine Matratze auf den Fußboden zu legen“, sagt Expertin Claudia Wieland. Denn wenn an die Unterseite der Matratze keine Luft kommt, bilden sich schwarze Stockflecken sowie Schimmel. Das sei selbst dann der Fall, wenn die Matratze jeden Tag an der Wand aufgerichtet werde. „Eine einfache und preisgünstige Unterfederung für die Matratze kostet um die 50 Euro“, erklärt Wieland. (APA, dpa)


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