Vorwärts-Krisengipfel: Basis will „den Karren aus dem Dreck ziehen“

Mit dem Rücktritt von Parteichef Lindenberger erreichten die wochenlangen parteiinternen Querelen bei Vorwärts Tirol am Montag einen Höhepunkt. Nun melden sich mehrere Bezirksgruppen gemeinsam zu Wort. Sie wollen auf einem Krisengipfel die Partei neu ausrichten. Und längst nicht alle sind mit Lindenbergers Vorgehen einverstanden.

© zeitungsfoto.at

Innsbruck – Nach den Turbulenzen und dem Rücktritt von Parteichef Hans Lindenberger trifft sich am Dienstagabend aus aktuellem Anlass die „Basis“ von Vorwärts Tirol zu einem Krisengipfel in Zirl. Dabei soll eine gemeinsame Strategie erarbeitet werden, wie die Partei in Zukunft ausgerichtet werden soll.

Einige Bezirksgruppen – in einer Presseaussendung ist von Reutte, Imst, Landeck, Innsbruck, Schwaz und Kitzbühel die Rede – haben bereits einen gemeinsamen Vorschlag eingebracht. Demnach soll der künftige Parteivorstand aus den neun Bezirksspitzen und den Landtagsabgeordneten bestehen, der Parteiobmann vom Vorstand gewählt und ein Geschäftsführer ausgeschrieben werden.

„Dieser neuer Vorschlag würde unsere noch junge Partei auf eine solide, breite Basis stellen“, erklärte der Imster Spitzenkandidat Andreas Krajic. „Wir bieten an, den Karren auf breiter Basis wieder aus dem Dreck zu ziehen“, sagte der Landecker Kandidat Peter Zangerl. Die vier Vorwärts-Abgeordneten – neben Lindenberger noch Maria Zwölfer, Josef Schett und Andrea Krumschnabel – hatten jedoch am Montag gemeinsam ihren Rücktritt aus dem Vorstand erklärt.

Scharfe Kritik an Lindenberger

Während die Mitbegründerinnen von „vorwärts Tirol“, Innsbrucks Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer und Anna Hosp weiter auf Tauchstation sind, rückten mehrere Vertreter von Bezirksorganisationen zur Verteidigung der beiden aus.

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„Es ist etwas befremdlich, dass von Seiten Lindenbergers die Unzufriedenheit an der Basis auf Anna Hosp und Christine Oppitz Plörrer zurückgeführt wird. Er war letzte Woche bei uns in Schwaz und hat das Gespräch sinngemäß beendet mit der Aussage: ‚Wenn ich nicht mehr Chef bin, dann wird es Vorwärts nicht mehr geben‘. Dabei ging es eigentlich nur um das Thema, wie wir die Strukturen so verbessern können, dass wir in den Bezirken konkrete und professionelle Arbeit für unsere Wähler leisten können“, sagte etwa die Schwazer Vertreterin Margaretha Eberharter.

In dieselbe Kerbe schlug Peter Zangerl: „Der Einzige, der immer über Personen spricht ist Hans Lindenberger. Er hatte in den vergangenen Wochen alle Ämter inne und wäre er dem gewachsen gewesen, gäbe es das Rumoren an der Basis nicht.“

Und die Innsbrucker Spitzenkandidatin Waltraud Buchberger wird in der Aussendung mit folgenden Worten zitiert: „Es kann ein reiner Zufall sein, aber Hans Lindenberger ist just zu jenem Zeitpunkt zurückgetreten, als er die Unterschriftenliste samt Antrag zu seiner Abwahl entgegennehmen hätte sollen.“

Hosp könnte Parteiobfrau werden

An der vom Oppitz-Plörer/Hosp-Lager für den 19. Juli avisierten Generalversammlung wolle man festhalten, sagte der „interimistische Pressesprecher“ der Partei, Robert Possenig. Eine Festlegung auf einen neuen Obmann werde es am Dienstag noch nicht geben. Anna Hosp sei aber sicher „eine der Kandidaten“ für die Position der Parteiobfrau, meinte Possenig. (TT.com)


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