Anras öffnet der Kultur ein Fenster

Seit 27 Jahren bringt ein Verein hochkarätige Veranstaltungen ins Dorf. Diesmal stehen bewegende Filme auf dem Programm.

Von Catharina Oblasser

Anras –Der Name ist Programm: Das „Anraser Kulturfenster“, gegründet 1986, will den Blick nach außen weiten, aber auch die Sicht nach innen, auf das dörfliche Leben, schärfen. So beschreibt Kulturfenster-Obmann Josef Mascher Ziel und Zweck des Vereins, der vier- bis achtmal pro Jahr besondere Veranstaltungen ins 1300-Seelen-Dorf Anras holt. Am kommenden Wochenende stehen anspruchsvolle Filme auf dem Programm. „Dass wir am 12. Juli die Dokumentation über die Geschichte der Tiroler Psychiatrie zeigen, hat sich dadurch ergeben, dass Renate Fuchs, die daran mitarbeitete, eine gebürtige Anraserin ist“, erklärt Mascher. Die Dokumentation sei in Innsbruck mit Erfolg gelaufen, so der Obmann. „Außerdem geht es dabei unter anderem um die Betreuung älterer Leute. Das ist bei uns auch ein Thema.“ Thomas Reider, dessen Werke am 13. Juli zu sehen sind, hat ebenfalls Osttiroler Wurzeln, er ist aus Leisach.

Bisher punktete das Kulturfenster, das aus zehn Personen besteht, oft mit Traditionellem. Gut besucht waren eine Sterbebilder-Präsentatio­n, ein Fünf-Länder-Singen oder die Aufführung einer Loriot-Komödie. Im Gegensatz dazu kann man die anstehenden Filme nicht gerade als leichte Kost bezeichnen. Ob es schwer ist, genügend Publikum in ein kleines Dorf zu locken? Mascher: „Wenn man ein gutes Programm hat, ist das kein Problem.“


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