Zahl der Verkehrstoten hat 2012 wieder zugenommen

Im Jahr 2012 starben laut Statistik Austria 531 Menschen bei Verkehrsunfällen. Das sind acht mehr als im Vorjahr. Jedes zehnte Todesopfer war ein Radfahrer.

Wien – Im Jahr 2012 starben laut Statistik Austria bei insgesamt 40.831 Verkehrsunfällen 531 Menschen, 50.895 wurden im Straßenverkehr verletzt. Damit gab es acht mehr Verkehrstote als im Jahr davor. Jedes zehnte Todesopfer war ein Radfahrer. 2.933 Kinder wurden verletzt, acht getötet. Bei jedem 15. Unfall war Alkohol im Spiel, ein Wert, der zuletzt in etwa gleich geblieben ist.

52 Radfahrer starben, um zehn Tote mehr als 2011. Mehr getötete Radfahrer (62) gab es laut Statistik Austria zuletzt 2008. In den Jahren 2009 bis 2011 kamen jährlich zwischen 32 und 42 Radfahrer ums Leben. Die meisten Radler verunglückten tödlich in Nieder- und Oberösterreich (jeweils zehn Opfer), je neun entfallen auf Salzburg und die Steiermark, fünf auf Vorarlberg, vier auf Kärnten, drei auf Tirol und zwei auf das Burgenland. In Wien gab es keinen Todesfall. Rund 6.700 Radfahrer wurden im Straßenverkehr verletzt.

An 2.751 Unfällen, also jedem 15. Unglück mit Personenschaden und 6,7 Prozent der Gesamtunfälle, waren Kinder bis zum 14. Lebensjahr beteiligt. 2.933 Kinder wurden verletzt und acht getötet. 2010 und 2011 lag der Anteile an den Gesamtunfällen mit 7,6 bzw. 7,7 Prozent noch etwas höher. 38 Prozent der verunglückten Kinder fuhren in einem Pkw mit, ein Viertel war Fußgänger, 20 Prozent fuhren mit dem Fahrrad und acht Prozent mit dem Moped (hauptsächlich als Mitfahrer).

Die Zahl der Alkoholunfälle ist zuletzt in etwa gleich hoch geblieben: Bei 2.684 Verkehrsunfällen, bei denen Alkohol eine Rolle spielte, wurden 3.425 Menschen verletzt, 39 starben (2011: 51). An jedem 15. Unfall mit Personenschaden war somit zumindest eine alkoholisierte Person, entweder als Lenker oder als Fußgänger, beteiligt. „Die Anteile dieser drei Größen an der jeweiligen Gesamtzahl liegen im Wertebereich der vergangenen Jahre“, berichtete die Statistik Austria: An 6,6 Prozent aller Unfälle (2010 und 2011: 6,4 Prozent) waren Alkoholisierte beteiligt, der Anteil der dabei verletzten Menschen an der Gesamtzahl der Verletzten betrug - wie in den beiden Jahren davor - 6,7 Prozent, jener der Getöteten 7,3 Prozent (2011: 9,8 und 2010: 6,0 Prozent).

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Die insgesamt meisten Unfälle ereigneten sich im größten Bundesland Niederösterreich (7.921), gefolgt von Oberösterreich (7.416), Wien (6.348) und der Steiermark (6.186). Gut die Hälfte (279 oder 53 Prozent) der Verkehrstoten waren Pkw-Insassen, 86 (16 Prozent) Benutzer einspuriger Kraftfahrzeuge und 81 (15 Prozent) Fußgänger. Bei diesen drei Gruppen wurden weniger oder in etwa gleich viele Verkehrstote verzeichnet wie 2011.

Das von der Statistik Austria am Mittwoch präsentierte Jahresergebnis zum Unfallgeschehen auf den Straßen wurde erstmals auf Basis elektronischer, an die Erstellung der Verkehrsunfallanzeige gekoppelter Meldungen der Polizei erstellt.

Bures: Opferzahl seit 2002 beinahe halbiert Verkehrsministerin Doris Bures (SPÖ) sieht die Verkehrsunfallbilanz 2012 „mit gemischten Gefühlen“. Auf der einen Seite gab es einen Anstieg bei den tödlichen Unfällen um 1,5 Prozent. Auf der anderen Seite sei heuer im ersten Halbjahr ein Rückgang um fast 20 Prozent verzeichnet worden. Ungebrochen positiv sei der längerfristige Trend: Seit 2008 verringerte sich die Zahl der Verkehrstoten um 22 Prozent, im Zehnjahresabstand um 45 Prozent. Die Zahl der Toten seit 2002 habe sich „beinahe halbiert“. „Obwohl die Mobilität zunimmt, werden unsere Straßen sicherer“, so die Ministerin.

2002 kamen laut Ministerium 956 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben, 2008 waren es 679, im Jahr 2011 gab es 523 Tote und im Vorjahr 531. Die Unfalldatenaufzeichnung erfolgt seit 2012 mit einer anderen Erhebungsmethode, die Kategorien seien daher nicht ohne weiteres vergleichbar. Die Ministerin verspricht sich aber vom neuen Umfalldatenmanagement, dass riskante Situationen, Straßenstellen und Verhaltensweisen noch präziser erkannt werden.


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