Nach Schicksalsschlag mit Hauptgewinn belohnt

Zwei Jahre nach dem Tod ihrer Stute Donna Asana sattelt Evelyn Haim-Swarovski beim Heim-Turnier am Schindelhof ihre Dorina. Ein Geschenk.

Von Susann Frank

Fritzens –Ein außergewöhnliches Weihnachtsgeschenk bereitet Evelyn Haim-Swarvoski derzeit besondere Freude: Pferd Dorina. Mit der 11-jährigen Stute kann sie beim morgen beginnenden internationalen Dressurturnier daheim am Schindlhof wieder in der schwersten Klasse mitreiten, dem Grand Prix (große Tour). Die vergangenen zwei Jahre musste die Fritzenerin schweren Herzens zusehen. Durch einen Schicksalsschlag: Spitzenpferd Donna Asana verstarb Ende 2010 plötzlich an einem Medikamentschock. Im vergangenen Jahr präsentierte sie Franklin auf der kleinen Tour.

Mit Dorina misst sich die 58-Jährige bei der 18. Auflage des renommierten Manfred-Swarovski-Gedächtnis-Turniers wieder mit der Elite. „Die Chemie zwischen mir und Dorina passt“, schwärmt sie. Immerhin sei das ebenso wichtig wie beim Lebenspartner. Wie gut sie in kurzer Zeit zueinandergefunden hätten, bewiese ihre Vorführung beim ersten gemeinsamen Turnier im Frühjahr. Durch die erreichten 66 Prozent bei der Sichtung in Weikersdorf darf sie auf jedem internationalen Turnier reiten. Also auch auf ihrem eigenen, dem Vier-Sterne-CDI (Concours de Dressage International) „Ich muss mich für das Turnier ja ebenfalls qualifizieren“, erklärt Evelyn Haim-Swarovski zufrieden.

Auf ihren Ritt freut sie sich ebenso wie auf das Turnier. Auch, weil sie schon kurz überlegt hatte, es wegen zu vieler Konkurrenzbewerbe am selben Wochenende im Ausland ausfallen zu lassen. Die zahlreichen Nennungen aus 15 Nationen zeigen jedoch, dass sie die richtige Entscheidung gefällt hat. Einige Reiter nützen die traumhafte Anlage mit dem familiären Ambiente seit Tagen zu Trainingszwecken. Dass die Franzosen ihre Mannschaft für die EM bei dem Turnier sichten, bestätigt Haim-Swarovski.

Ein Wermutstropfen: die kurzfristigen Absagen von Österreichs Aushängeschild Vici Max-Theurer (wegen eines Todesfalls in der Familie) und von der deutsche Olympiasiegerin Isabell Werth (weil ihr Oberbereiter am Montag gekündigt hat), die hinzunehmen seien. „Das ist schade. Die Favoriten sind jetzt Valentina Truppa und Dorothee Schneider“, erklärt Ehemann und Turnierleiter Klaus Haim. Die Italienerin belegte beim Weltcup-Finale Platz drei, die Deutsche gewann bei Olympia in London Mannschafts-Silber.

Von einem Sieg zu träumen, wäre für Haim-Swarovski vermessen – auch wenn Stute Dorina schon bei Olympia startete. Gewonnen hat die Hausherrin trotzdem schon: In der Nacht auf gestern kam aus ihrer Zucht das vierte Fohlen gesund zur Welt.


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