Dicke Luft in den Operationssälen

Dicke Luft in den OP-Sälen der Klinik Innsbruck: Mitarbeiter kritisieren Umgangsformen und Planungsabläufe für Operationen.

Von Peter Nindler

Innsbruck –Die ärztliche Leiterin des Landeskrankenhauses Innsbruck, Alexandra Kofler, will den Aufschrei des Pflegepersonals im Operationsbereich nicht überbewerten, „aber wir reagieren darauf“. Damit es wegen Personalknappheit nicht zu Verschiebungen komme, benötige der OP-Manager ein Durchgriffsrecht, fügt sie hinzu. In einem Schreiben der Kollegialen Führung des Krankenhauses vom 8. Juli an die Klinikdirektoren der operativen Fächer klingt das aber wesentlich drastischer. Darin ist von massiven Problemen und Unmut der Kollegenschaft die Rede. Mitunterschrieben hat den Brief auch Kofler.

Die Krankenhausleitung berichtet in dem Schreiben an die Klinikchefs von einem „Brandbrief der OP-Pflege an die Pflegedirektion“. „Aktuell herrscht (...) schwerer Unmut der Kolleginnen und Kollegen der Funktionsdienste über Umgangsformen in einzelnen OP-Bereichen und über die teilweise erheblich verbesserungswürdige OP-Planung, welche regelhaft zu unkalkulierbaren Tagesverläufen und Überstunden führt.“ Eine Mitarbeiterbefragung sowie Zahlen für Krankheitstage oder Fluktuationsraten würden das untermauern, betonen Kofler, Pflegedirektor Franz Mannsberger und Thomas Werner-Mathienz (OP-Manger).

Um die Probleme zu lösen, gibt es laut Kollegialer Führung nur zwei Möglichkeiten: In Abhängigkeit von Krankenständen und verfügbarem Personal muss es zu Saalschließungen kommen. Als zweite Möglichkeit könnte es künftig in der OP-Planung zu Verschiebungen im Planprogramm durch das OP-Management und Koordination kommen. Kofler bestätigt gegenüber der TT diese Varianten. „Deshalb benötigt es eine vorausschauende Planung, damit es nicht zu Verschiebungen von Operationen kommt.“

Durch die getroffenen Maßnahmen sollen nicht nur die Programmplanungen im Operationsbereich verbessert, sondern auch die Arbeitsbedingungen stabilisiert werden. „Wenn es erforderlich ist, müssen wir eben Ressourcen bündeln und Operationssäle schließen“, erklärt die ärztliche Leiterin Alexandra Kofler.

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Das Problem dürfe keinesfalls heruntergespielt werden, kritisiert hingegen die grüne Landtagsabgeordnete Gabriele Fischer. „Schon seit Jahren machen wir auf die Personalprobleme an der Klinik aufmerksam, der Aufschrei der OP-Pflegemitarbeiterinnen und -helfer ist nur die Spitze des Eisbergs.“ Für Fischer krankt es in mehreren Bereichen: administrativ, strukturell und personell. „Es benötigt rasch ein Umdenken. Es geht nicht immer nur ums Geld, neue Strukturen sind notwendig.“


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