Erster gemeinsamer Flug der Unglückspiloten von San Francisco

Den Piloten der Unglücksmaschine in San Francisco hatten erst kurz vor der Bruchlandung realisiert, dass es ein Problem gab. Dies geht aus Interviews der Behörden mit den Flugzeugführern hervor.

San Francisco – Die beiden verantwortlichen Piloten der Unglücksmaschine von San Francisco hatten ihren ersten gemeinsamen Flug absolviert. Dies teilte die Chefin der US-Verkehrssicherheitsbehörde NTSB, Deborah Hersman, in San Francisco mit. Seit der Bruchlandung am Samstag laufen die Ermittlungen zum Unglückshergang auf Hochtouren. Die insgesamt vier Piloten an Bord der Boeing 777 von Asiana Airlines werden seit Montag befragt.

Hersman zufolge war einer der drei Piloten im Cockpit in der Ausbildung für die Steuerung einer Boeing 777. Er hatte erst 43 Stunden Flugerfahrung mit dieser Maschine, es war seine erste Landung in San Francisco mit einer Boeing 777. Auf anderen Maschinen hatte er knapp 10.000 Flugstunden gesammelt.

Auf automatische Triebwerkssteuerung vertraut

Das Kommando über Flug 214 hatte ein erfahrener Pilot, der als Ausbilder fungierte. Ein dritter Pilot war im Cockpit auf einem Rücksitz, der vierte saß im Passagierbereich.

Der erfahrene Pilot und sein Schützling waren auf ihrem ersten gemeinsamen Flug. Dem verantwortlichen Piloten zufolge stellte er beim Landeanflug in einer Höhe von rund 150 Metern fest, dass die Maschine zu niedrig und zu langsam war. Er hätte versucht, den Kurs entsprechend zu korrigieren. Dabei habe er angenommen, dass die automatische Steuerung der Triebwerke für die erforderliche Geschwindigkeit sorgte, zitierte Hersman aus der Befragung des Flugzeugführers.

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Nur wenige Sekunden vor dem Crash entschieden sich die Piloten zu einem Abbruch der Landung. Sie wollten die Maschine durchstarten, doch dafür war es bereits zu spät.

Piloten und Crew „sehr kooperativ und offen“

Statt mit empfohlenen 253 Kilometern pro Stunde habe die Maschine mit einer Geschwindigkeit von nur 196 Kilometern pro Stunde die Landebahn erreicht. Eine offizielle Erklärung für das Unglück stand noch aus. Hersman warnte vor voreiligen Rückschlüssen, solange die Untersuchungen laufen würden. Sie beschrieb die Piloten und Crew als „sehr kooperativ und offen“.

Bei dem Crash am Samstag kamen zwei 16-jährige Mädchen ums Leben. 305 Menschen an Bord überlebten, Dutzende wurden schwer verletzt. Beim Aufsetzen auf der Landebahn riss die Boeing 777 eine Mauer ein, die den Flughafen am Rande der Bucht von San Francisco vom Meer abgrenzt. Hersman zufolge wurde dabei das Fahrwerk abgetrennt. Nach einer Schleuderfahrt, bei der weitere Teile abgerissen wurden, kam die Maschine am Rande der Landebahn zum Stehen. (dpa)


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