Ruf nach mehr Flexibilität bei Ladenöffnungszeiten

Der Chef des Kaufhaus Tyrol, Sebastian Schneemann, wünscht sich vor Weihnachten längere Öffnungszeiten. Bald eröffnet im Tyrol ein COS-Shop.

Bevor Sie das Centermanagement des Kaufhaus Tyrol übernommen haben, leiteten Sie den Elbepark bei Dresden. Mit 180 Shops ist er dreimal so groß wie das Kaufhaus Tyrol. Warum hat Sie die Leitung eines kleineren Einkaufszentrums gereizt?

Sebastian Schneemann: Es kommt nicht auf die Größe an. Der Elbepark wurde damals umgebaut. Das war für mich spannend. Mit dem Kaufhaus Tyrol konnte ich von einem Einkaufszentrum auf der grünen Wiese in die Innenstadt wechseln. Hier ist der Standort, die Historie des Gebäudes und der Anspruch an das Gebäude mit den darin angesiedelten Shops das Reizvolle bei der täglichen Arbeit.

Sehen Sie in Tirol Änderungsbedarf bei den Öffnungszeiten? Im Elbepark in Dresden konnten die Läden an manchen Abenden bis 21 oder 22 Uhr offen halten?

Schneemann: Am Anfang fragte ich mich, warum machen wir den Kunden am Samstag um 18 Uhr die Ladentür vor der Nase zu? An manchen Samstagen fällt es mir noch immer schwer, um 18 Uhr zu schließen. Ein wenig fehlt mir bei den Ladenöffnungszeiten die Flexibilität. Man könnte ja dem Handel die Möglichkeit einräumen, an den wichtigen Samstagen vor Weihnachten oder an Brückentagen länger offen zu halten.

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Ist der Sonntag heilig?

Schneemann: Das sehe ich differenziert. Während der Olympischen Jungendwinterspiele hielt das Kaufhaus Tyrol am Sonntag offen, über 10.000 Kunden kamen. Schade jedoch, dass nur eine Handvoll Händler in der Innenstadt ihre Geschäfte ebenso aufsperrten. Die Geschlossenheit wie bei innsbruck@night fehlte. Und es wurde die Öffnung am Sonntag auch von jungen Leuten sehr kontrovers diskutiert. Das hat mich sehr erstaunt. Doch wenn sich wieder einmal eine besondere Gelegenheit an einem Sonntag bietet, würde ich das Tyrol erneut aufsperren. Denn durch den Online-Handel habe ich die Gelegenheit, 24 Stunden an sieben Tagen in der Woche einzukaufen. Und als Händler vor Ort muss ich den Kunden auch hie und da einmal etwas Besonderes bieten.

Wegen des Online-Handels könnte laut Studien der stationäre Handel bis zu 30 Prozent seiner Fläche aufgeben müssen. Wie sehen Sie diese Entwicklung?

Schneemann: Weniger kritisch für das Kaufhaus Tyrol. Ich sehe Entwicklungspotenzial bei den Händlern vor Ort. Die Schienen stationärer Handel und Online-Handel müssen miteinander verschmelzen. Derzeit haben mehr als 70 Prozent der Menschen ein Smartphone, Tendenz steigend. Social Networking per Handy nimmt zu, das müssen die Händler nützen. Wir hoffen, mit den Optimierungen im Kaufhaus Tyrol und jedem neuen Shop diesem Trend mehr entsprechen zu können. Aufgrund unserer einzigartigen Lage im Zentrum der Stadt haben wir auch in der Funktion als Treffpunkt einen Riesenvorteil.

Welche Pläne gibt es für das Kaufhaus Tyrol?

Schneemann: Im vergangenen Jahr haben wir mit Swatch und Lindt zwei tolle Konzepte ins Kaufhaus Tyrol geholt. Heuer feiern wir eine Premiere in Tirol und Innsbruck: Es wird COS eröffnen. COS bietet hochqualitative Designerbekleidung zu einem leistbaren Preis an. Eine junge und design­orientierte Zielgruppe soll angesprochen werden. Es ist überhaupt der zweite COS-Shop nach Wien. Der Laden wird auf den Flächen des ehemaligen Stiefelkönig, Cecil und Zero entstehen. Die Cecil-Fläche wird direkt an die Maria-Theresienstraße angebunden. Die mehr als 400 Quadratmeter große Fläche wird im Herbst eröffnet.


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