Drogenkrimi: Ermittlungen gegen Tiroler Stewardess eingestellt

Eine Tiroler Stewardess, die in den Schmuggel von 1,7 Tonnen Kokain verwickelt sein soll, kann aufatmen: Die Ermittlungen gegen sie und zwei Piloten wurden eingestellt.

(Symbolbild)
© APA

Las Palmas – Fast ein Jahr nach dem missglückten Schmuggel von 1,7 Tonnen Kokain haben die Behörden die Ermittlungen gegen eine Tiroler Stewardess und zwei deutsche Piloten eingestellt: „In Österreich ebenso wie in Deutschland und Spanien“, präzisiert Andreas Oberhofer, Innsbrucker Anwalt der Unterländer Flugbegleiterin.

Der Drogenkrimi sorgte bereits im vergangenen August für Schlagzeilen: Damals zwangen Drogenschmuggler auf einem Flughafen in Venezuela die Besatzung eines Schweizer Privatjets (mit der Tiroler Stewardess als Crew-Mitglied), 1,7 Tonnen Kokai­n an Bord zu nehmen. Die beiden deutschen Piloten und die Tirolerin hätten das Suchtgift nach Benin in Afrika bringen sollen. Falls nicht, würden die Angehörigen in Europa ermordet, drohten die Schmuggler.

Die Crew ließ sich nicht einschüchtern: Anstatt nach Afrika steuerten die Piloten den Jet nach Las Palmas (Gran Canaria

Spanien) und alarmierten unterwegs Interpol.

Da die Ermittlungsbehörden eine etwaige Beteiligung der Besatzung am Schmuggel nicht ausschließen konnten, wurden die Unterländerin und die beiden Deutschen fünf Monate auf Gran Canaria festgehalten. Zunächst in Untersuchungshaft, ab Oktober in Hausarrest. Erst im Winter konnte die Tirolerin unter Auflagen in ihre Heimatgemeinde zurückkehren.

Die venezolanische Polizei nahm schon bald 17 Mitgliede­r der Schmugglerbande fest. Auch die geheimnisvolle Passagierin, die die Crew nach Südamerika lotste, konnte ausgeforscht und im Libanon verhaftet werden. (tom)


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