Spielhaus mit Fernrohr in die Natur

30 Architekturstudenten haben sich am Wettbewerb „Stadt und Landschaft“ beteiligt. Gebaut wurde das Siegerprojekt von allen.

Von Edith Schlocker

Imst –Um den Studenten eine Vorahnung davon zu geben, wie es in ihrem zukünftigen Leben als Architekten zugehen wird, veranstaltete das Institut für Städtebau und Raumplanung der Innsbrucker Architekturfakultät auch im nun zu Ende gegangenen Sommersemester wieder einen kleinen Wettbewerb. Wie bereits im Mai des vergangenen Jahres, als die damaligen Wettbewerbssieger Thomas Bodner und Paul Walder am Innsbrucker Sparkassenplatz 150 alte Hibla (Heureiter) zu einer begehbaren Installation zusammengesteckt haben, „möbliert“ mit wunderbar nach Almwiese duftenden Heuballen.

Was aus den unterschiedlichsten Gründen nicht wirklich funktioniert hat, im Gegen- satz zum heurigen Siegerprojekt, das in Imst realisiert worden ist. Als Spielscheune für alle, die die Imster trotz ihres noch durch Bauzäune erschwerten Zugangs lieben. Um vielleicht nicht nur bis zum Herbst, sondern ein ganzes Jahr bestehen zu bleiben.

Die Architekturstudenten Mario Huber, Lisa Maria Sommer und Florian Unterberger haben mit ihrer „Spielscheune“ den von der Stadt Imst gemeinsam mit der Standortagentur Tirol initiierten Wettbewerb gewonnen, an dem sich 30 Studenten mit 16 Projekten beteiligt haben, betreut von Michael Pfleger, Christian Henke und Elisabeth Lesche. Ziel des in alle Richtungen offenen Wettbewerbs war die Entwicklung von Projekten, die das in seinem Kern immer mehr verödende Imst besonders für Kinder und Jugendliche attraktiver machen sollen.

Vorgaben gab es allein bezüglich des Ortes der Realisierung: der an sich romantisch an einem Bach gelegene, allerdings zur Gstättn verkommene Eingang zur Rosengartenschlucht. Seit Jahren steht auch das Haus am Beginn des Areals leer, seine angebaute Scheune ist am Verfallen. Um vom Siegerteam mit Hilfe sämtlicher am Wettbewerb beteiligter Mitstudenten in ein Spielhaus verwandelt zu werden. Die Fassade wurde entfernt, umgeklappt zur Terrasse davor. In die auf ihre tragenden Elemente skelettierte bestehende räumliche Struktur wurden mit einfachsten Mitteln verschiedene Ebenen hineingebaut, erschlossen durch eine breite Rampe. Die unterste Ebene wurde zur riesigen Sandkiste, durch einen Turm kann man in einen Kubus klettern, der wie ein Fernrohr in die Rosengartenschlucht ausgerichtet ist.

Ganze 4000 Euro hat die Verwandlung der Ruine in eine attraktive Spielscheune gekos- tet, die eindeutig das architek- tonischste Projekt unter den 16 war, die sich der Jury unter Vorsitz von Kathrin Aste stellten. Realisiert werden soll aller- dings auch das zweitgereihte Projekt von Daniel Kranebitter. Ähnlich der Struktur der Brekzie vor Ort, stapelt er Holzbretter zu skulpturalen Objekten, die höhlig bespielbar, bekraxel- und durchkriechbar sind.


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