Etappensieg für Benko in Bozen, Kaufleute schäumen

Bozen, Innsbruck – Die Südtiroler Landesregierung hat die Raumordnung so abgeändert, dass der Tiroler Investor René Benko theoretisch sein g...

Bozen, Innsbruck –Die Südtiroler Landesregierung hat die Raumordnung so abgeändert, dass der Tiroler Investor René Benko theoretisch sein geplantes Einkaufszentrum in Bozen bauen könnte. Wie berichtet, plant Benkos Signa zwischen Bahnhof und Innenstadt ein 115.000 Quadratmeter großes Einkaufszentrum mit Hotel, Büros und Wohnungen.

Anfang der Woche wurde in einer Sondersitzung im Südtiroler Landtag das so genannte Urbanistikgesetz angepasst. Dieses regelt unter anderem, wo in Südtirol Handel betrieben werden darf. Dabei wurde ein so genannter „Benko-Artikel“ eingefügt. Damit kann das fragliche Gebiet umgewidmet werden – sehr zum Ärger der Kaufleute in der Stadt. Ihnen ist das geplante „Kaufhaus Bozen“ um das Zehnfache zu groß. Kaufleute-Sprecher Thomas Rizzolli kritisiert die Südtiroler Landesregierung scharf und spricht von einer „Lex Benko“. Rizzolli: „Für mich hat die Landesregierung jede Glaubwürdigkeit verloren.“ Der Handels- und Dienstleistungsverband sprach wegen des Eilverfahrens von „schlechtem politischem Stil“. Die Handelsvertreter wollen das Projekt weiter bekämpfen. „Wir werden alles tun, um die Stadt zu verteidigen“, meinte Rizzolli. Es gelte ein Überangebot zu verhindern.

Bei der Signa gibt man sich optimistisch, dass das Projekt Realität wird. Man wolle in wenigen Jahren von einer Erfolgsgeschichte „Kaufhaus Bozen“ sprechen. Die nächsten Schritte seien nun ein transparentes Verfahren sowie eine umfangreiche kontinuierliche Information an die Bürger.

Vom Bau des 180 Mio. Euro schweren Projekts ist Benko freilich noch ein großes Stück entfernt. Neben dem Land Südtirol muss auch die Stadt Bozen zustimmen. Im Herbst soll weiter verhandelt werden. (wer)


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