Haie glänzen mit kraftvollem Schmäh

Die Innsbrucker Haie sind bereits beim Sommertraining richtig heiß auf die neue Saison in der Erste Bank Eishockey Liga. Die TT machte sich bei einem kleinen Selbstversuch ein Bild von der heimischen Elite.

Von Alex Gruber

Innsbruck –Verdammt, die erste Einheit, und dann auch noch verschlafen. Dabei extra noch den Wecker auf sieben gestellt. Die Uhr zeigt unweigerlich 7.45 Uhr an – wie soll man es da von Axams noch rechzeitig in einer Viertelstunde ans Innsbrucker Tivoli schaffen? Rechtzeitig zur Morgenstund, die für die berufstätigen Haie um Kondi-Coach Marco Förster Gold im Mund hat. Hinein ins Auto, schnell eine Latella und ein Laugenstangerl – kein optimales Frühstück – bei der Tankstelle konsumieren, und „Grüß Gott die Herren“ mit ca. siebenminütiger Verspätun­g.

„Des kostet eine Runde“, kommt es Stefan Pittl, Florian Stern, Florian Pedevilla, Patt­i Mössmer und Alex Hölle­r zeitgleich über die Lippen. Im Mannschaftssport eh klar. Der Puls schnellt dann beim Aufwärmen gleich derart in die Höhe, dass der Brustgurt sofort wieder abmontiert wird. Muss ja keiner wissen, wie schnell der „Schmierfink“ auf mehr als 180 ist. „Mensch, sind die Mander beinand“, geistert’s einem gleich durchs Hinterstüberl.

„Es wird noch schlimmer“, versichert Kapitän Mössmer, wohl wissend, dass diese Einheit bislang ein einziger Klacks ist. „Hast da eh a lockeres Training ausgesucht“, grinst auch Topscorer Hölle­r übers ganze Gesicht. „Die Weicheierei geht mir auf die Nerven“, lässt sich indes Pittl gerne von Förster quälen. „Mit vielen berufstätigen Cracks müssen wir die Zeit effektivieren“, nennt der Kondi-Coach einen seiner trainingstechnischen Glaubenssätze.

Seit Mitte März wird in der Vorbereitung schon wieder geschwitzt, derzeit steht Schnellkraft und Koordinatio­n an allererster Stelle: „Wir haben noch einmal zugelegt.“ Man(n) merkt’s – spätestens bei einem Griff an die Brustmuskulatur der gestählten Luxuskörper. „Pass auf, dass dir nicht wehtust“, grinst Höller bei einem Zwicker in die Herzgegend schon wieder übers ganze Gesicht. Derweil erzählt Bröckerl Pedevilla, dass er vor der 8-Uhr-Einheit sogar schon arbeiten war. Die Hochachtung des Probanden wächst weiter. Im Wissen, dass drei bis vier Spiele pro Woche im kommenden Winter wieder auf diese unermüdlichen „Buckler“ warten. „Kommst in die Kraftkammer auch noch? Das wäre ein richtiger Spaß“, lacht das Quintett dem leidenden Versuchkaninchen ins Gesicht. Nachsatz: „Bei uns sichert dich aber keiner.“

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Jede Rechnung (geschriebenen Wortes) wird früher oder später einmal bezahlt. „Wir sind heiß auf die neue Saison, wissen nach dem ersten Jahr in der Erste Bank Eishockey Liga, was uns erwartet“, führt Flo Stern stellvertretend für die heimische Elite-Grupp­e P(ittl)H(öller)M(össmer)P(edevilla)S(tern) aus. Die ganze Kraft muss nur noch aufs Eis gebracht werden. Anfang August werden wieder die Schlittschuhe in der Tiwag-Arena geschnürt, am 8. September (17.30 Uhr) fällt mit dem neuen Tirol-Derby gegen Bozen der Startschuss. Diese Haie sind bissig.


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