Mord im SOS-Kinderdorf: OLG Innsbruck bestätigt Urteil

Der 26-Jährige hatte seine Ex-Freundin in Vorarlberg erwürgt. Er muss 20 Jahre in Haft. Das Urteil ist rechtskräftig.

Innsbruck, Dornbirn – Das Oberlandesgericht Innsbruck hat am Donnerstag nach der Verurteilung eines 26-jährigen bosnischen Staatsbürgers zu 20 Jahren Freiheitsstrafe wegen Mordes das Strafausmaß der ersten Instanz bestätigt. Der Mann soll im August 2012 seine 21-jährige Ex-Freundin und Mutter seines Kindes im SOS-Kinderdorf Dornbirn in Vorarlberg erwürgt haben. „20 Jahre scheint uns ein ausgewogenes Urteil und weder zu milde, noch zu streng zu sein“, begründete die Vorsitzende des Senats, Ingrid Brandstätter, das Urteil. Dieses war somit rechtskräftig.

Beide Seiten hatten Berufung eingelegt und eine Erhöhung bzw. Herabsetzung der Strafe gefordert. „Die Brutalität der Tat ist unbestritten. Er hat so lange gewürgt, bis die Frau keine Gegenwehr mehr zeigte und danach noch weiter“, sagte die Richterin. Das Geständnis, das erheblich zur Aufklärung der Tat beigetragen habe, sei jedoch ein wesentlicher Milderungsgrund. Das Erstgericht habe dies alles richtig berücksichtigt und ins Urteil einfließen lassen, fügte Brandstätter hinzu.

Verteidiger Simon Mathis brachte erneut die schwierige Situation und das soziale Verrohen des Angeklagten dar. Dieser wurde im Alter von 14 Jahren vom Vater, der in Österreich lebte und arbeitete, alleine nach Bosnien zurückgeschickt, wo er für sich selbst sorgen musste. Dies könne man jedoch nicht als Milderungsgrund berücksichtigen, entgegnete Brandstätter. Der Angeklagte sei zum Tatzeitpunkt erwachsen gewesen und habe die Konsequenzen der Tat absehen können.

Der 26-Jährige hatte die Frau, die sich kurz nach der Geburt des gemeinsamen Kindes von ihm getrennt hatte, im vergangenen August nach einem Streit um die gemeinsame vier Monate alte Tochter in einer Wohnung des SOS-Kinderdorfs in Dornbirn getötet. Im Zuge einer Auseinandersetzung schlug der Mann die 21-Jährige. Diese attackierte ihn daraufhin mit einem Küchenmesser und verletzte ihn leicht. Der Mann nahm ihr das Messer ab und würgte sie, bis sie sich nicht mehr rührte. (APA)

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