Eine hölzerne Brücke übers Piller Moor

Von Matthias Reichle...

Von Matthias Reichle

Gacher Blick –Es ist ein echter Kraftakt. Über 100 Stützen haben Markus Schwarz und Paul Schranz schon mit reiner Muskelkraft in den Moorboden getrieben. Und der ist nicht überall moorig-weich. „Drei bis vier Stück schaffen wir durchschnittlich pro Stund­e“, verrät Schwarz. Was die beiden Arbeiter derzeit im Piller Moor bauen, ist nicht alltäglich – es ist vielmehr europaweit einzigartig.

Das Naturjuwel wird barriere­frei gemacht. 390 Mete­r lange Holzstege werden in der ersten Bauphase errichtet und führen künftig in das schützenswerte Gebiet, das leicht vom Naturparkhaus am Gachen Blick erreicht werden kann.

Weil das Projekt so besonders ist, gab es auch keinen „traditionellen“ Spatenstich. Gemeinsam mit der neuen Soziallandesrätin Christine Baur rammte Naturparkobmann Hans-Peter Bock einen Pfahl in den Moorboden – eine sichtlich anstrengende Prozedur.

Das Gesamtprojekt soll 370.000 Euro kosten. Darüber hinaus wird in diesem Zeitraum der Parkplatz beim Naturparkhaus neu gestaltet (169.000 Euro) und ein Natur- und Kulturpanorama um 219.000 Euro errichtet. Gefördert werden die Projekte einerseits über das Interreg-Projekt Admuseum und das Leaderprogramm (mit Kofinanzierung durch das Land Tirol und den Landschaftsdienst). Große Unterstützung dafür gibt’s vom Regionalentwicklungsbüro Landeck, das in Sachen Barrierefreiheit Vorreiter ist.

TT-ePaper gratis testen und 5 x 1.000 € Geburtstagsgeld gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Jetzt testen
TT ePaperTT ePaper

„Bis in die 80er-Jahre wurde in einem Teil des Piller Moores noch Torf abgebaut“, erzählte Bock bei der Führung durch den grünen Schatz. Diesen Bereich wolle man wieder deutlicher sichtbar machen. Naturparkgeschäftsführer Ernst Partl erinnerte daran, wie wichtig Barrierefreiheit ist – und dass die Naturparkregion bereits mehrfach dafür ausgezeichnet wurde.

Und ließ auch nicht unbemerkt, dass das Projekt noch Finanzbedarf seitens des Lande­s hätte. Christiane Baur war jedenfalls angetan: „Tirol ist ein Land mit vielen Grenzen, Steigungen und Höhe­n. Wir wissen, was es heißt, behindert zu werden.“ Das ist auch die Chance, diese Barriere­n abzubauen.


Kommentieren