Extra in Schale geworfen

Zum Saisonstart zeigt sich der Erdäpfelnachwuchs von seiner knackigsten Seite. Tiroler Frühe schmecken mitsamt der Schale klassisch zu Topfen und feurig zur spanischen Salsa. Olé!

Von Nicole Unger

Innsbruck –Wenn man es so nennen will, sind die Früherdäpfel die Teenager unter den Kartoffeln. Also die jungen Wilden, die nicht gerne zuhause bleiben, sondern sich aufgrund ihrer dünnen Schale nur für eine rund zweiwöchige Lagerung eignen. Die lagerfähige ältere Generation kommt dann etwas später in etwa vier Wochen.

Wie dem auch sei: Tiroler Frühe gibt es jetzt bis Mitte August wieder im Handel und das erfreut wiederum des Tirolers Herz. Durchschnittlich 56 Kilo pro Jahr werden hierzulande vom „Apfel aus der Erde“ verspeist. Das Image vom „Arme-Leute-Essen“ hat der wertvolle Bodenschatz längst abgelegt.

In Zeiten, in denen die vegetarische Küche boomt, hat sich der Erdapfel zum Hauptdarsteller auf dem Teller hochgearbeitet. Der Klassiker „Schölfeler“ mit Kräutertopfen, Butter und Salz stellt nach wie vor so manches Gourmetmenü in den Schatten. Aber auch international interpretiert machen die Tiroler Erdäpfel eine gute Figur. Den Beweis lieferte kürzlich Igor Schulz, Chefkoch vom Parkhotel in Hall. Zum Auftakt der Kartoffelsaison der Agrarmarketing Tirol hauchte der Koch den Tiroler Frühen spanisches und italienisches Feuer ein (Rezepte unten).

„Trotz der extrem schwierigen Witterungsbedingungen haben die Erdäpfel heuer eine gute Qualität. Gute Erträge sind bis Herbst gesichert“, blickt Romed Wopfner, Erdapfelbauer und Abpacker aus Thaur, in die Zukunft. Die Herausforderung als Abpacker bestehe darin, zu koordinieren, was der Konsument will. „Momentan geht der Trend weg vom weiß- und hin zum gelbfleischigen Erdapfel“, ergänzt Romed Giner, ebenfalls Erdapfelbauer und Abpacker aus Thaur. Diese festkochenden Sorten eignen sich u. a. gut für Erdapfelsalat, Salz- und Braterdäpfel, Aufläufe, Gratins, Puffer und Rösti, während mehligkochende Erdäpfel besser zu Püree, Kroketten, Knödel oder Supper verarbeitet werden.

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Die Tiroler Frühen, die klingende Namen wie Anuschka, Marabel oder Solist haben, sind zum Schälen fast zu schade, deshalb bürstet man sie vor dem Kochen am besten unter Wasser und verspeist die tolle Knolle mitsamt der Schale.

Was die Lagerung betrifft, haben es Erdäpfel generell gerne trocken, luftig und dunkel. Ansonsten bilden sich grüne Flecken. In diesem Fall sollte man die Kohlehydratelieferanten besser wie eine heiße Kartoffel fallen lassen. Nach dem Einkauf heißt es raus aus dem Plastikbeutel und rein in eine Kiste oder den Stoffsack. Dann steht der Herstellung von kreativen Erdäpfelvariationen nichts mehr im Wege.


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