Gemeinderat soll wieder über Schule abstimmen

Jetzt machen Brandenberger Eltern mobil: Sie fordern vier Klassen an der Volksschule Brandenberg. Das Land will in Aschau zusperren.

Von Walter Zwicknagl

Brandenberg –Das Schulthema regiert in Brandenberg trotz der Ferienzeit. Denn nach dem Mehrheitsbeschluss des Gemeinderates für den Fortbestand der Volksschule in Aschau, die im kommenden Schuljahr fünf Kinder besuchen würden, gibt es Unruhe bei den Eltern, deren Sprösslinge in der Volksschule Brandenberg unterrichtet werden. 350 Unterschriften wurden innerhalb weniger Tage gesammelt. „Da haben viele Mütter mobilgemacht. Bei der Zeugnisverteilung hatten manche Tränen in den Augen, weil die 4-Klassigkeit im nächsten Jahr durch den Gemeinderatsbeschluss in weite Ferne gerückt war“, bestätigt BM Hannes Neuhauser. Er leitete die Unterschriften, laut denen eine Zusammenlegung der beiden Schulen befürwortet wird, an das Amt der Tiroler Landesregierung weiter.

Eine Reaktion der Abteilung Bildung an die Gemeinde Brandenberg ließ nicht lange auf sich warten. „Ich habe durchaus Verständnis, dass eine Schule zum wünschenswerten Bestand einer dörflichen Struktur gehört. Von der Problematik des Fehlens einer solchen sind aber vor allem die Schulerhalter von einklassigen Schulen betroffen. Dies ist hier nicht der Fall, da in Brandenberg ja weiterhin eine Schule einen gesicherten Bestand hätte“, heißt es in einem Schreiben von Paul Gappmaier, dem Vorstand der Abteilung Bildung im Amt der Tiroler Landesregierung, an die Gemeinde. Eine Weiterführung der Volksschule sei laut dem Tiroler Schulorganisationsgesetz 1991 somit nicht mehr gerechtfertigt. Und zudem sei die Führung der 4-Klassigkeit an der Volksschule Brandenberg zukünftig nur dann gesichert, wenn die Zusammenlegung bereits im Schuljahr 2013/14 erfolgt. Im Falle einer Fortführung beider Volksschulen würde auch keine Ausnahme genehmigt werden, um die Volksschule Brandenberg vierklassig zu führen. Weiter wird empfohlen, dass die notwendigen, gemeindeintern erforderlichen Beschlüsse dafür zu erwirken sind.

„Das ist für mich eine klare Ansage“, reagiert Bürgermeister Hannes Neuhauser, der sich schon die Abstimmung am 4. Juli im Gemeinderat anders vorgestellt hatte. „Ich habe jetzt die neueste Nachricht aus Innsbruck den Mitgliedern des Gemeinderates zugeleitet. Ein Termin für eine Sitzung ist noch nicht festgelegt. Prophezeit habe ich derartige Maßnahmen der Behörde ja schon. Aber so mancher hat es mir nicht geglaubt“, erinnert der Gemeindechef an die Kampfabstimmung, die mit 7:6 Stimmen für den Fortbestand der Aschauer Schule endete. Eines hat es bewirkt: Die Kluft im Dorf wurde noch größer.


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