Zwei Fäuste für ein Halleluja: Der boxende Pastor von New York

Bodybuilder, Pastor, Boxer: Der US-Amerikaner Anthony Pelella hat einen ungewöhnlichen Lebensweg eingeschlagen. Er hat sogar ein Buch darüber geschrieben.

Von Jan Willems

New York - Anthony Pelella teilt aus. Er lässt einen Haken von rechts heransausen, duckt sich, tänzelt einen Schritt zurück und feuert eine linke Gerade ab. Sattes Klatschen ertönt. Dazwischen die Atemstöße Pelellas. Dann schrillt der erlösende Piepton der Stoppuhr durch den Trainingsraum. Pelella atmet durch und grinst. „Hard work and dedication“, zitiert er Boxidol Floyd Mayweather. Harte Arbeit und Hingabe. Hinter ihm schwingt sein Gegner - ein 80 Kilogramm schwerer Sandsack, quietschend hin und her.

Der Anblick des muskelbepackten Schrankes von einem Mann Mitte 40 in Tanktop und Baseballmütze ist schwer in der Kombination mit einem seelsorgenden Kirchenmann vorstellbar. Doch sobald Pelella von seiner unumstößlichen Liebe zu seinem Erlöser Jesus Christus spricht, kann man sicher sein, den Richtigen gefunden zu haben: den boxenden Pastor von Port Jefferson im US-Bundesstaat New York.

In den 1990er Jahren - vor seinem Leben als Pastor - fuhr er einen schnittigen Sportwagen und stand als Bodybuilder regelmäßig bei Wettbewerben auf der Bühne. „Ich dort oben, halbnackt, nur mit diesem winzigen schwarzen Höschen bekleidet - das ist nicht das Bild, das die Kirchengänger von einem Pastor haben sollten“, ist Pelella überzeugt. Den Sportwagen verkaufte er später. Dennoch war es schwer für ihn, seine Leidenschaft, das Bodybuilding, aufzugeben: „Ich habe es geliebt, im ständigen Wettbewerb zu sein.“

Weil es ohne Sport eben doch nicht ging, begann Pelella, 2007 Boxunterricht zu nehmen. Wie gut sich Bodybuilding, Boxen und der christliche Glaube laut ihm vereinbaren lassen, hat er in einem mit Psalmen und Bibelpassagen gespickten Buch festgehalten, das auf Englisch veröffentlicht wurde. „Es gibt so viele Lehren, die ich vom Glauben auf den Sport übertragen kann - und umgekehrt“, sagt Pelella.

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1997 wurde er als Pastor in die Gemeinde Medford, im Herzen Long Islands, geschickt. Er fand eine verlassene Hütte vor, die als Kirche herhielt und nur von wenigen Gläubigen besucht wurde. Der gelernte Bauarbeiter machte sich ans Werk und binnen knapp zehn Jahren baute er gemeinsam mit der Gemeinde ein neues Kirchenhaus, in das Pelella zufolge mittlerweile zwischen 400 und 500 Gläubige strömen. „Natürlich übertrage ich meine Liebe zum Wettbewerb auch auf meine Arbeit hier. Ich möchte Menschen für die Kirche gewinnen“, sagt der sportliche Pastor. (dpa)


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