Tibeter laut chinesischer Regierung „glücklich und frei“

Bei seinem Besuch in Washington sagte der Staatsrat Yang Jiechi, dass China große Fortschritte bei den Menschenrechten gemacht habe. Gleichzeitig ermahnte er die USA zur Einhaltung der Menschenrechte.

Washington/Peking - Die Menschen in Tibet leben nach Ansicht der chinesischen Regierung in großer Freiheit. Sie genössen „ein glücklicheres Leben und beispiellose Freiheiten“, sagte der für Außenpolitik zuständige chinesische Staatsrat Yang Jiechi am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Washington. Sein Land habe „große Fortschritte bei den Menschenrechten“ gemacht, betonte der frühere chinesische Außenminister.

China hat Tibet im Jahr 1951 besetzt und kontrolliert die autonome Region sowie die anliegenden Provinzen, in denen ebenfalls viele Tibeter leben, mit harter Hand. Aus Protest gegen das Vorgehen der chinesischen Führung haben sich seit 2009 mehr als 110 Tibeter selbst in Brand gesetzt. Nach Angaben von Aktivisten soll die chinesische Polizei am vergangenen Wochenende zudem auf eine Gruppe von Tibetern geschossen haben, die sich zu einer Feier aus Anlass des 78. Geburtstages des Dalai Lama versammelt hatten. Den im Ausland ansässigen Gruppen zufolge wurden dabei mehrere Menschen verletzt.

Yang zufolge genießen auch die Bewohner der nordwestlichen Provinz Xinjiang „beispiellose Freiheiten“. Dort leben viele muslimische Uiguren, die Diskriminierungen beklagen. Immer wieder kommt es in Xinjiang zu Unruhen.

Das US-Außenministerium hatte zuletzt in seinem jährlichen Menschenrechtsbericht erklärt, die Lage in Tibet und in Xinjiang habe sich verschlechtert. Yang ermahnte seinerseits die USA, mehr für die Menschenrechte zu tun. Peking hoffe, dass die US-Regierung „ihre eigene Menschenrechtslage auf der Basis von gegenseitigem Respekt verbessern wird“, sagte er. Yang war von 2001 bis 2005 chinesischer Botschafter in den USA und von 2007 bis März 2013 Chefdiplomat. (APA/AFP)

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