Vier Jahre Haft für Spanier nach Kassadiebstahl in Bank

Der Angeklagte soll mit sechs weiteren Personen insgesamt 123.500 Euro erbeutet haben. Er wurde zu vier Jahren Haft verurteilt.

(Symbolbild)
© Julia Hammerle

Innsbruck – Wegen des Verbrechens des gewerbsmäßig schweren Diebstahles im Rahmen einer kriminellen Vereinigung ist ein 25-jähriger Spanier am Freitag am Innsbrucker Landesgericht zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Dem Angeklagten wurde vorgeworfen mit sechs weiteren Personen im März des vergangenen Jahres die Kassa einer Bank in Innsbruck gestohlen und insgesamt 123.500 Euro erbeutet zu haben. Das Urteil war vorerst nicht rechtskräftig. Die Verteidigung meldete Nichtigkeitsbeschwerde an.

Rückzahlung des gesamten Schadenbetrags

Der 25-Jährige müsse außerdem eine Rückzahlung des gesamten Schadenbetrags leisten, fügte Richterin Helga Moser hinzu. „Sie sind Mitglied einer kriminellen Organisation und zwar kein unbedeutendes, sondern ein Hauptbeteiligter“, begründete die Richterin das Urteil. Er sei Teil einer Gruppe, die in ganz Europa immer wieder auffällig wurde. Zu dem Diebstahl in Innsbruck bekannte sich der Spanier schuldig.

Staatsanwalt Hansjörg Mayr sprach von Kriminaltourismus in extremer Form. In Italien, Holland und Deutschland sei der Beschuldigte bereits von der Polizei kontrolliert worden, hielt ihm die Richterin vor. Er reise gerne und habe in den Ländern lediglich Urlaub gemacht, gab der 25-Jährige zu diesen Vorwürfen an. In der Türkei sei er mit einem Koffer mit Juwelen im Wert von 150.000 Euro aufgegriffen worden, meinte jedoch Moser.

Geld für kranke Mutter

Aufgrund einer finanziellen Notlage habe er seine Miete nicht mehr bezahlen können und sei gemeinsam mit seiner Mutter in Madrid obdachlos geworden. Mit Diensten für andere Personen, wie dem Diebstahl in Innsbruck oder der Kofferübernahme in der Türkei, habe er jeweils rund 10.000 Euro verdient. „Ich brauchte das Geld, um zu leben und Medikamente für meine kranke Mutter zu kaufen“, beteuerte der 25-Jährige vor Gericht.

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Die Namen der anderen beteiligten Personen wollte der Spanier nicht nennen. Er sei über eine Frau hineingerutscht und kenne die anderen überhaupt nicht. Als er erfahren habe, dass gegen ihn ein europaweiter Haftbefehl laufen würde, habe er sich in Spanien freiwillig der Polizei gestellt. „Ich wollte damit zeigen, dass ich mein Leben ändern will“, betonte der Angeklagte. (APA)


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