94,4 Prozent – großer Rückhalt für neuen Tiroler FPÖ-Chef

Rechtsanwalt Markus Abwerzger (37) wurde gestern beim FPÖ-Parteitag zum neuen Landesparteichef gewählt. Er will die Partei reformieren.

Von Peter Nindler

Innsbruck –Von diesem Ergebnis hatte Markus Abwerzger nicht einmal zu träumen gewagt. Die 94,4 Prozent, mit denen er in den Innsbrucker Stadtsälen zum neuen FPÖ-Chef gewählt wurde, wertet der 37-Jährige deshalb als großen Vertrauensvorschuss und Rückhalt für seine Erneuerungsbestrebungen. Schließlich war der Neuanfang von heftigen Debatten begleitet. 70 Prozent hatte sich der einzige Obmannkandidat vor dem Parteitag zum Ziel gesetzt

Eigentlich sollte sich der Führungs- und Generationenwechsel in der FPÖ erst im Herbst vollziehen, doch die Niederlage bei der Landtagswahl mit Verlusten von drei Prozent beschleunigte den Rückzug Gerald Hausers von der Parteispitze. Neun Jahre lang führte der Osttiroler die Freiheitlichen in Tirol, das Ziel einer blauen Regierungsbeteiligung hat er am 28. April klar verfehlt. „Doch die FPÖ ist in Tirol gesellschaftspolitisch anerkannt“, sagte Hauser bei seiner Abschiedsrede vor rund 150 Delegierten. Wegen der kurzfristigen Einberufung waren viele Parteimitglieder schon im Urlaub. Als stiller Protest gegen die Parteiführung wurde die große Zahl an Abwesenden nicht gewertet.

Hauser bleibt vorerst Klubobmann und wird am 29. September für den Nationalrat kandidieren. Dass er im Falle einer Wahlniederlage bei den Landtagswahlen die Konsequenzen ziehe, sei schon davor festgestanden, betont­e er „Ich habe unmissverständlich klargemacht, dass ich die Verantwortung übernehme.“

Nach der Landtagswahl begann jedoch das blaue Säbel­rasseln, Hauser fühlte sich wegen der immer lauter werdenden Kritik nicht mehr in der Lage, die Partei zu führen. Nach wochenlangen Debatten wurde der Parteitag vorverlegt und der Innsbrucker FP-Chef Markus Abwerz-ger als Obmann­kandidat nominiert. „Ich will die Partei breiter aufstellen“, verspricht Abwerzger. Die Stimmung beim Parteitag war nicht euphorisch. Nicht nur in Tirol kämpft die FPÖ mit heftigen Gegenwind.

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Parteichef Heinz-Christian Strache versuchte, Optimismus zu verbreiten, lobte die Qualitäten des „Parlamentarier­s Hauser“ und freute sich, dass mit dem 37-jährigen Anwalt ein „Junger“ die Tiroler FPÖ übernimmt. „Ein­e Erneuerung tut immer gut“, sagte Strache, der seine Tirole­r Freunde zur Geschlossen­heit aufrief.

Abwerzger forderte ein End­e der Querelen, „wir müssen jetzt nach vorne schauen und ein Wir-Gefühl entwickeln“. Kritik übt­e er an der schwarz-grünen Landesregierung. Zu seinen Stellvertretern wurden LA Rud­i Federspiel, Heribert Mariache­r, NR Carmen Gartel­gruber, Lois Staudacher und Erich Steiner gewählt.


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