GS 800: Die Kleine und das große Abenteuer

Von Armin Farkas...

Von Armin Farkas

Salzburg –Die Marke BMW Motorrad steht für Reise- und Fernreisekompetenz wie kaum ein anderer Hersteller, da verwundert es kaum, dass es nun auch eine Adventure- Version der „kleinen“ GS gibt. Klein ist allerdings relativ­, denn bei einer Sitzhöhe von fast 90 Zentimetern kann man beileibe nicht von einem kleinen­ Motorrad sprechen.

Allerdings ist die 800er ein ganzes Stück schlanker und leichter als ihre große Schwester, und nicht unwesentlich billiger. Abgesehen von der Optik und der Tatsache, dass der Parallel-Twin einen sehr ähnlichen Sound hervorbringt wie ein Boxermotor, ist die Adventure ein sehr eigenständiges Fahrzeug. Die Motorcharakteristik unterscheidet sich maßgeblich von den Boxermodellen, welche mit massivem Drehmoment bei niedrigsten Drehzahlen aufwarten. Diesen planierraupenartigen Schub aus dem Drehzahlkeller sucht man bei der F800GS vergebens.

Dafür wirkt der Twin äußerst lebendig und quirlig, nur fängt der Spaß erst ab der Drehzahlmitte an. In Verbindung mit dem stabilen Stahlrahmen und dem topmodernen Fahrwerk ist die kleine Adventure sehr viel agiler unterwegs, als es ihr Erscheinungsbild vermuten lässt. Besonders wer es mit den Offroad-Ambitionen ernst meint, wird mit der schlanken­ 800er vermutlich noch mehr Spaß haben als mit dem dicken­ Boxer.

Neben der speziellen Lackierung, die sofort Assoziationen mit Wüstensand aufkommen lässt, wirkt die Adventure doch deutlich bulliger als ihre sehr schlanke, zivile Schwester. Dass der „Tank“ deutlich breiter wurde, hat hauptsächlich kosmetische Gründe, da sich der wahre Spritbunker größtenteils unter der Sitzbank bzw. im Heck des Fahrzeugs befindet. Ganze acht Liter fasst die Adventure mehr und kommt damit auf stolze 24 Liter Gesamtinhalt. Dies sorgt für entsprechende Reichweite.

Bis auf das Rahmenheck, welches den Dimensionen des vergrößerten Hecks angepasst werden musste, sind Rahmen und Federelemente ebenso wie der Antrieb gleich wie bei der Standard GS.

Die serienmäßigen Kofferhalter, die aus stabilen Alurohren gefertigt sind, fungieren gleichzeitig als Schutzbügel, um das neue, exponierte Heck vor Schäden zu schützen. Ebenfalls serienmäßig kommen bei der Adventure noch Motorschutzbügel, Handprotektoren und ein größeres Windschild mit deutlich verbessertem Wetterschutz dazu. Außerdem gibt es noch extrabreite Endurofußrasten mit herausnehmbaren Gummieinlagen und einen verstellbaren Fußbremshebel.

So ausgestattet kostet die kleine GS etwas über 14.000 Euro. Unser Testmotorrad war noch mit Extras ausgestattet: dem Enduro-Modus, welcher die Fahrhilfen ABS und ASC losem Untergrund anpasst (ABS ist serienmäßig, ASC kostet Aufpreis). Dem Comfort Paket, dieses beinhaltet den Bordcomputer, Hauptständer sowie die unverzichtbaren Heizgriffe. Außerdem noch LED-Blinker, elektronisch verstellbares Fahrwerk, LED-Zusatzscheinwerfer, Kofferset aus stabilem Alu und ein Garmin-Navigationsgerät. Alles in allem kann man den Preis dann locker nochmals um zwei Tausender in die Höhe treiben.

Wer sich eine F800GS Adventure in der exklusiven Sandfarbe sichern möchte, der sollte sich beeilen, denn diese „Launch-Edition“ ist auf 1000 Fahrzeuge beschränkt.


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