Kirche und SPÖ für mehr Humanität

Eine gründlichere Prüfung der Blei- berechtsanträge im Asylwesen for-dern angesichts des Falls Lamin die Evangelische Kirche und die SPÖ.

Innsbruck –Für den 2011 unter heftigem Protest von Flüchtlingsorganisationen, der Kirche und der Grünen nach Gambia abgeschobenen Lamin Jaiteh gibt es wieder einen Funken Hoffnung. Der Verwaltungsgerichtshof hat die Zurückweisung seines Bleiberechtsantrags wegen Rechtsirrtums aufgehoben, zuvor war sein Asylantrag abgelehnt worden. Die Bezirkshauptmannschaft Innsbruck muss nun neu entscheiden.

Klare Worte findet jetzt der Superintendent der Evangelischen Diözese Salzburg-Tirol Olivier Dantine. „Es bleibt zu hoffen, dass in Zukunft Bleiberechtsfälle gründlicher geprüft werden, damit Menschen, die ein Gewinn für unsere Gesellschaft wären, nicht erst nach vollendeter Abschiebung zu ihrem Recht kommen.“ Dantines Vorgängerin, Luise Müller, hatte mit dem angebotenen Kirchenasyl für Lamin Jaiteh einen beispiellosen Akt gesetzt. „Das Ziel war, zu verhindern, dass mit der Abschiebung unwiderrufliche Fakten geschaffen werden, die Lamin Jaiteh in den Menschenrechten verletzen könnten“, betont Dantine. Aber genau das sei 2011 geschehen.

Für Dantine hatte Lamin Jaiteh keine Möglichkeit, bei der ihm zugesagten Stelle eine Lehre zu absolvieren und sich so aktiv in die Gesellschaft einzubringen. „Es war und ist enttäuschend, dass in einem Land, das sich immer wieder seiner christlichen Tradition verpflichtet sieht, die Stimme und der Einsatz der Kirche so wenig Gehör finden.“

SP-Vorsitzender Gerhard Reheis fordert in der Asyldebatte rund um den Fall Lamin ebenfalls mehr Humanität und ein sensibleres Vorgehen der Behörden. „Wenn Menschen aus ihrer Heimat flüchten müssen, so sind diese in einer derart prekären Situation, dass ihnen das höchste Maß an Menschlichkeit in unserem Land gewährt werden muss.“ Man dürfe nicht länger Gefahr laufen, Flüchtlinge pauschal zu kriminalisieren und möglichst schnell wieder loszuwerden.“ Die Innsbrucker SP-Gemeinderätin Angela Eberl fordert eine Novelle des Fremdenrechts, das keine Willkür von Beamten zulasse.

TT-ePaper gratis testen und 5 x 1.000 € Geburtstagsgeld gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Jetzt testen
TT ePaperTT ePaper

Dass die grüne Sozial- und Integrationslandesrätin Christine Baur der Meinung sei, auch Wirtschaftsflüchtlinge hätten ein Recht auf Asyl, ist für FP-Klubchef Gerald Hauser nicht nachvollziehbar. Wirtschaftsflüchtlinge dürften kein Asyl erhalten. Der Missbrauch des Sozialstaates müsse verhindert werden. (pn)


Kommentieren


Schlagworte