Israel bombardierte erneut: UNO „extrem besorgt“ über Lage in Homs

Vergangene Woche soll eine Waffen-Lieferung in Syrien bombadiert worden sein. Die UNO ist indes „extrem besorgt“ über die Gewalteskalation in Homs.

Tel Aviv - Israel hat vergangene Woche nach Informationen von CNN erneut Ziele in Syrien angegriffen. Bei einer Serie schwerer Explosionen in der Nähe des syrischen Mittelmeerhafens Latakia habe es sich um Angriffe israelischer Kampfjets gehandelt, schrieb die Pentagon-Korrespondentin von CNN, Barbara Starr, unter Berufung auf mehrere ungenannte US-Regierungsvertreter.

Demnach galt die Bombardierung am frühen Morgen des 5. Juli einer Lieferung von Anti-Schiffs-Raketen vom Typ Jachont aus Russland. Die Raketen mit einer Reichweite von 300 Kilometern würden als Bedrohung von Schiffen sowie israelischen Anlagen an Land angesehen.

Bei dem Angriff sollen mehrere Menschen getötet worden sein. Israel bestätigte den Bericht nicht. Auch nach drei weiteren Angriffen in Syrien seit Jahresanfang, die Israel zugeschrieben wurden, reagierte die Regierung in Jerusalem nicht.

Aber die Online-Ausgabe der israelischen Zeitung „Jediot Achronot“ zitierte Verteidigungsminister Mosche Jaalon am Samstag mit den Worten: „Es ist schon lange her, dass wir uns nicht in Syriens blutigen Krieg einmischen. Wir haben rote Linien gezogen, und diese gelten weiter. Im Nahen Osten gibt es immer mal wieder Explosionen hier und dort, und fast immer zeigen alle mit dem Finger auf uns.“

Israel hat mehrmals gewarnt, dass es die Lieferung hochmoderner Waffen an die südlibanesische Schiitenmiliz Hisbollah nicht tatenlos hinnehmen werde.

UNO „extrem besorgt“ über Gewalteskalation in Homs

Die Vereinten Nationen sind „extrem besorgt über die eskalierende Gewalt“ in und um die von Regierungstruppen eingekesselte syrische Stadt Homs. Es gebe „Berichte über anhaltende Bombardements, den Einsatz von Langstreckenwaffen und Bodenangriffe mit Panzern“, erklärten UN-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos und UN-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay am Freitag in einer gemeinsamen Stellungnahme. Ihren Erkenntnissen zufolge sind bis zu 2500 Menschen in der schwer umkämpften Stadt eingeschlossen.

Beide Funktionäre forderten die Streitkräfte von Präsident Bashar al-Assad sowie die verfeindeten Rebellen erneut auf, Rettungskräften einen sicheren Zugang zu den eingeschlossenen Zivilisten in Homs zu garantieren. Beide Seiten hätten dies bislang aber abgelehnt, hieß es. Das Internationale Komitee des Roten Kreuzes ist unterdessen nach eigenen Angaben bereit, den Zivilisten bei einer Kampfpause sofort humanitäre Hilfe zu leisten und möglichst viele von ihnen zu evakuieren.

Die Rebellenstellungen in der mittlerweile zu Ruinen zerschossenen Stadt Homs werden seit dem 28. Juni von Assads Truppen belagert. Seit Beginn des Bürgerkriegs vor fast zweieinhalb Jahren fielen dem Konflikt in Syrien laut Menschenrechtsgruppen mehr als 100.000 Menschen zum Opfer. (APA/AFPdpa)


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