Bürokratie trifft Hütten hart, Ruf nach Tourismusgeldern

Bundespräsident Heinz Fischer unterstützt Aktion für höheren öffentlichen Zuschuss.

Von Alois Vahrner

Innsbruck –Prominente Unterstützung bekommt jetzt der Oesterreichische Alpenverein bei seiner Aktion „Pro Hütten und Wege“. In dieser werden vom Verband Alpiner Vereine Österreichs Unterschriften für eine höhere öffentliche Förderung für die teure Instandhaltung von 475 Hütten und 50.000 Kilometer Bergwegen (davon 236 Hütten und 26.000 Kilometer vom Alpenverein, davon 8000 in Tirol) gesammelt.

„Als aktiver Bergsteiger, begeisterter Wanderer und langjähriger Präsident der Naturfreunde“ wisse er um die Sorgen und Bedürfnisse, schreibt Bundespräsident Heinz Fischer in einem Brief. Er unterstütze die Kampagne „sehr gerne“, zumal die Ausgaben „ja nicht dem Selbstzweck, sondern den Erholung suchenden Menschen und dem Tourismus“ dienen würden.

Alpenvereins-Präsident Andreas Ermacora, der 450.000 Mitglieder vertritt, streicht die 1,4 Millionen geleisteten Gratis-Arbeitsstunden von Ehrenamtlichen hervor, die 820 Volljahresjobs oder Kosten von 31 Mio. Euro entsprechen würden. Ermacora hofft auf verstärkte Hilfen aus der Politik, vor allem von Seiten des Bundes. Das Land Tirol hat heuer den Betrag von 59.000 auf 130.000 Euro erhöht. Ein Rechenbeispiel: Mit den 400.000 Euro, die zuletzt Borussia Dortmund für ihr dreitägiges Trainingslager im Brixental bekommen hat, wären die fehlenden Mittel abgedeckt.

Hütten und Wege sind laut Ermacora für die Identität des österreichischen Tourismus unersetzbar, daher sollte ein Teil der Tourismusbeiträge oder ein neuer Beitrag in die Erhaltung dieser unersetzbaren Infrastruktur fließen.

TT-ePaper gratis testen und 5 x 1.000 € Geburtstagsgeld gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Jetzt testen
TT ePaperTT ePaper

Bereits drei Alpenvereins-Hütten in Kärnten, der Steiermark und Salzburg mussten geschlossen werden, weitere sieben (derzeit keine in Tirol) stehen vor dem Aus. Allerdings werde die Lage immer schwieriger. Ermacora nennt ein besonders krasses Beispiel: So sollten auf der Edmund-Graf-Hütte im Verwall die Sanitäranlagen modernisiert werden. Die Behörden schrieben aber den Bau eines riesigen Fluchtstiegenhauses vor, Kostenpunkt 424.000 Euro. Die Sanitäranlagen waren nicht mehr finanzierbar. Einzig der Einbau von lawinensicheren Fenstern für die – im Winter unbewohnte – Pächterwohnung konnte noch abgewendet werden.


Kommentieren


Schlagworte