Golfstaaten wollen angeblich weitere Panzer aus Deutschland kaufen

Katar und Saudi-Arabien wollen deutsche Rüstungsgüter kaufen. Der Export ist umstritten.

Berlin/Riad/Doha - Der deutschen Rüstungsindustrie winken einem Zeitungsbericht zufolge weitere Aufträge in Milliardenhöhe von den Golfstaaten Saudi-Arabien und Katar. Das Golfemirat Katar wolle in den nächsten sieben Jahren weitere 118 Panzer vom Typ Leopard sowie 16 Panzerhaubitzen 2000 bestellen, berichtete die Zeitung „Bild am Sonntag“ unter Berufung auf katarische Regierungskreise. Beide Waffensysteme werden von den deutschen Firmen Krauss-Maffei Wegmann und Rheinmetall hergestellt.

Krauss-Maffei Wegmann hatte kürzlich bestätigt, dass Katar zunächst 62 Leopard-Panzer und 24 Panzerhaubitzen 2000 für insgesamt 1,89 Milliarden Euro bestellt habe. Darin enthalten sei neben zwei Fahrschulpanzern ein umfangreiches Logistik-Paket für Schulung und Wartung und Instandsetzung. Dies solle bereits die geplante Nachbestellung der Panzer und Haubitzen mit abdecken.

Dem Bericht zufolge ist auch das Interesse Saudi-Arabiens am Kauf von 800 Leopard-Panzern konkreter als bisher bekannt. Die Beschaffung der Kampfpanzer stehe auf der von König Abdallah persönlich bestätigten Liste geplanter Rüstungsvorhaben und es würden dafür im Staatshaushalt umgerechnet rund 17,8 Milliarden Euro eingeplant. Darin enthalten sei auch eine komplette Ersatzteil-Fabrik.

Erst am Freitag hatte allerdings das „Handelsblatt“ berichtet, der Verkauf von 270 Leopard-Panzern an Saudi-Arabien drohe zu scheitern. In dem Bericht hieß es, Riad verhandle „intensiv“ mit dem US-Konzern General Dynamics über die Lieferung von M1-Panzern und ein Abschluss scheine in Sicht. Saudi-Arabien habe offenbar die Geduld verloren, da eine Voranfrage für das Geschäft mit Krauss-Maffei Wegmann seit mehr als zwei Jahren in Berlin auf dem Tisch liege.

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Der Export von Rüstungsgütern an Saudi-Arabien und Katar ist in Deutschland zutiefst umstritten. Beide autoritär regierten Länder hatten sich im Frühjahr 2011 mit Panzern und Soldaten an der gewaltsamen Niederschlagung von Protesten in Bahrein beteiligt. Zudem geht Riad immer wieder mit Gewalt gegen Proteste im Inland vor. Kritiker verweisen darauf, dass die Menschenrechtslage in Saudi-Arabien hoch problematisch ist. Außerdem befinden sich die Länder in offener Rivalität zum Iran. (APA/AFP)


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