Mit freien Karten durchs Gelände navigieren

Fahrrad-Navis sind im Kommen. Einerseits gibt es gute Fitness-Apps, andererseits lassen sich spezielle Navis mit Gratiskarten füttern.

Symbolfoto.
© Robert Parigger

Von Georg Holzer

Innsbruck –Mit dem Rad durch Wald und Wiese sowie über die Berge – für viele Tiroler ist das eine der Lieblingsbeschäftigungen. Abgesehen von Bikes aus Hightech-Materialien hilft auch jede Menge Elektronik weiter. Smartphones und spezielle Radcomputer sind aus guten Gründen ständige Begleiter auf längeren wie kürzeren Touren.

Apps für Smartphones helfen schon bei der Planung der Strecke. Ein tolles kostenloses Angebot dafür bietet der Alpenverein. Die kostenlose App für iPhones und Android hat jede Menge guter Touren und bietet obendrein noch sehr gutes topografisches Kartenmaterial zum Nulltarif. Neben der Auswahl der Touren und der GPS-Ortung bietet sie auch einen Notfallknopf, der im Falle des Falles die Bergrettung alarmiert.

Wer seine Strecke aufzeichnen (loggen oder tracken) möchte, ist bei Apps wie Runkeeper oder dem österreichischen Runtastic richtig. Runkeeper überträgt die aktuelle Position über das Internet, sodass Freunde und Verwandte daheim mitverfolgen können, wo man sich gerade befindet – Internetzugang in den Bergen ist dabei ebenso vorausgesetzt wie die Premium-Mitgliedschaft für 4,49 Euro pro Monat. Die Mountainbike-Version von Runtastic ist kostenlos, die Pro-Version bietet für den einmaligen Preis von 4,99 Euro noch Extras wie Offline-Karten oder die Positionsübertragung via Internet. Beide zeichnen die Strecke auf und speichern über Herz- und Trittfrequenzmesser noch weitere Daten, die später analysiert und in sozialen Netzwerken geteilt werden können.

Die Kombination aus App und Smartphone ist zweifellos sehr günstig, hat aber trotz sicheren Halterungen oder dem Transport im Rucksack einen entscheidenden Nachteil: Für kürzere Touren reicht der Akku locker – wer länger unterwegs ist, findet damit nicht mehr das Auslangen.

TT-ePaper gratis testen und 5 x 1.000 € Geburtstagsgeld gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Jetzt testen
TT ePaperTT ePaper

Diese Lücke schließen Radcomputer, die speziell dafür entwickelt wurden. Der Marktführer dabei ist Garmin mit seiner Edge-Serie. Das kleine Edge 510 (im Set ab 330 Euro) zeichnet die Strecke auf, misst die Zeit und holt Daten vom Brustgurt sowie von Sensoren an Pedalen und Speichen ab. Polar bietet für weniger Geld auch gute Alternativen.

Das Topmodell am Rad, Garmins Edge 810, zeigt auf seinem Display auch Karten sowie Navigationshinweise an und bietet noch weitere Extras. So kann man im Team trainieren und sieht die Positionen der Teammitglieder auf der Karte. Dies setzt allerdings eine Bluetooth-Verbindung zum Smartphone sowie Internetzugang voraus, was die Sache wieder unpraktisch macht. Allerdings kann der Hobbysportler auch gegen eigene Trainingsleistungen aus der Vergangenheit oder virtuelle Trainingspartner antreten. Mit dem Falk Ibex gibt es auch hier eine Alternative, die Radfunktionen von Garmin sind aber ungeschlagen.

Das von Garmin gebotene Kartenmaterial lässt allerdings gerade im Gelände viele Wünsche offen, weshalb Mountainbiker unbedingt auf die kostenlosen Karten von OpenMTBmap.org zurückgreifen sollten. Das Kartenmaterial stammt weitestgehend aus dem Community-Projekt OpenStreetMap.org und wurde um Pfade, Trails und radspezifische Ortsmarken erweitert. Die Karten sind übrigens nicht nur für Biker interessant, sondern können auch auf Wander-Navis gute Dienste leisten. Die Installation (siehe unten) ist aber für Anfänger nicht ganz trivial.


Kommentieren


Schlagworte