Polit-Streit um Innsbrucks Haltestellen

Ein Antrag des Seniorenbundes auf Verlegung von Haltestellen ließ im Gemeinderat die Wogen hochgehen.

Von Nikolaus Paumgartten

Innsbruck –Für Gemeinderat Helmut Kritzinger vom Tiroler Seniorenbund hat die neue Straßenbahn in Innsbruck nicht nur Positives gebracht. Wie berichtet, kritisiert er die Tatsache, dass Haltestellen entweder verlegt oder teilweise sogar aufgelassen wurden. Mit der Folge, dass weniger mobile Menschen in Innsbruck nun weitere Wege zu Fuß zurückzulegen hätten, ehe sie zu einer Haltestelle kommen. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderates hat Kritzinger deshalb einen Antrag eingebracht, in dem er die Bürgermeisterin auffordert, dafür zu sorgen, dass die verschobenen Haltestellen wieder zurückverlegt werden.

Ein Antrag, den Stadtrat Gerhard Fritz (Grüne) sogleich als „jenseitig“ bezeichnete. Einerseits, weil die Bürgermeisterin gar nicht die Kompetenz habe, die Verlegung der Haltestellen zu veranlassen. Und andererseits, weil damit ein Wunsch mitschwinge, der nicht erfüllbar sei. „Am liebsten hätten die Leute ja vor jeder Haustüre eine Haltestelle“, meinte Fritz kopfschüttelnd.

Unerwartete Rückendeckung erhielt Kritzinger von der SPÖ. Die Gemeinderäte Marie-Luise Pokorny-Reitter und Helmut Buchacher etwa erklärten, dass das Anliegen Kritzingers durchaus seine Berechtigung habe und man zumindest eine Ist-Analyse der Haltestellen im Stadtgebiet vornehmen könnte. Schließlich sei es möglich, dass das Haltestellennetz da und dort etwas löchrig geworden ist. Ähnlich auch VP-Chef StR Franz Gruber: „Es wird doch nicht zu viel verlangt sein, dass man sich die derzeitige Situierung der Haltestellen einmal ansieht.“ Kritzingers Antrag sei jedenfalls als Prüfantrag zu verstehen. Dieser Meinung wollte sich Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer (FI) nicht anschließen. Der Antrag fordere klar die Verlegung von Haltestellen. Und weil für diese die Bedeckung im Budget fehle, sei der Antrag unzulässig, erklärte Oppitz.

Kritzinger überlegt nun, sein Anliegen als Prüfantrag im nächsten Gemeinderat einzubringen.


Kommentieren