EU: Bessere Job-Chancen für Frauen

EU-Kommissarin Reding ortet Ansturm auf weibliche Talente für Topjobs. Ministerin Heinisch-Hosek will Frauenquote in Privatwirtschaft.

München –Die Chancen von Frauen auf Spitzenpositionen in der Wirtschaft haben sich nach Ansicht von EU-Kommissarin Viviane Reding deutlich verbessert. „Es gibt einen Ansturm auf weibliche Talente“, sagte Reding am Montag bei der Konferenz DLD Women in München, auf der prominente Redner über Frauen in der Arbeitswelt diskutierten.

Reding betonte, viele männliche Manager hätten umgedacht. Erst hätten sie den Untergang der Wirtschaft vorausgesagt, um die Quote zu vermeiden. Inzwischen aber hätten viele auch Vorteile für die Firmen erkannt. Nach dem Willen der EU sollen börsennotierte Unternehmen bis 2020 Aufsichtsratsposten zu 40 % mit Frauen besetzen. Der Weg dahin ist aber noch weit. Die deutsche Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) ermahnte die Firmen, stärker auf die Talente von Frauen zu setzen. „Holt sie euch.“

Österreichs Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) sieht die Sache offenbar etwas nüchterner. „Österreich ist noch kein frauenpolitisches Paradies“, betonte Heinisch-Hosek am Montag, als sie über ihre Regierungsarbeit Bilanz zog. Verbesserungen sieht sie durch die geschaffene Einkommenstransparenz, den Gehaltsrechner und die Frauenquote in Führungspositionen des Öffentlichen Dienstes erreicht. Ziel für eine nächste Legislaturperiode müsse die Frauenquote auch in der Privatwirtschaft sein.

Noch nicht ganz zufrieden zeigte sie sich mit der bereits durchgesetzten Gehaltsangabe in Stelleninseraten. Ein „Nachschärfen“ wäre aus ihrer Sicht möglich. Die säumigen Unis und Bundesländer habe sie bereits zu mehr Transparenz aufgefordert. Heinisch-Hosek regt auch Strafen an.

Die Oppositionsparteien und auch die Frauenorganisation des Koalitionspartners ÖVP zeigten sich indes unzufrieden mit der Arbeitsbilanz. Diese sei „karg“ (ÖVP) und „mager“ (Grüne). (TT, dpa, APA)


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