Eine bunte Stilmischung mit Charme

Manfred Zöschg, der derzeit als „Luis aus Südtirol“ die größten Säle des Landes füllt, hat sich mit seiner südafrikanischen Gattin Lizette in Hall (Heiligkreuz) ein gemütliches Wohnnest geschaffen.

Von Peter Hörhager

Hall – Es ist eigentlich ein typisches Tiroler Haus: ein steiles Satteldach, eine ausladende Veranda, ein schützendes Vordach, kleinformatige Sprossenfenster. Und doch anders: Die Gartenstühle leuchten in den Regenbogenfarben, bunte Tücher dienen als Sonnenschutz, Zierkissen mit fremdländischen Mustern stechen ins Auge, Pastelltöne dominieren bei den Wandfarben. Und: Im Garten stehen Palmen neben heimischen Bäumen und Sträuchern.

Die exotische Note, die dem Haus einen besonderen Charme verleiht, ist der Herrin des Hauses zuzuschreiben. Sie schuf übrigens auch die meisten Bilder, die die Wände zieren. Und wer ist die Schöpferin dieser bunten Welt? Es handelt sich um Lizette Zöschg. „Kenne ich nicht!“, werden jetzt viele denken. Verständlich, sie bleibt auch meist im Hintergrund. Weit bekannter ist hingegen ihr Ehegespons: Manfred Zöschg, den die meisten wiederum als „Luis aus Südtirol“ kennen, als der er derzeit die Veranstaltungssäle füllt. Der Urtiroler ist seit 1985 mit seiner Lizette verheiratet und gibt unumwunden zu: „Unser Domizil trägt ihre Handschrift – sie kann aus allem etwas machen, sie ist immer gut für spontane Veränderungen.“

Wir befinden uns in Heiligkreuz. Jenem Haller Ortsteil also, der einst ein selbstständiges Dorf war. Das jetzige Zöschg-Haus wurzelt in den 30er-Jahren des vorigen Jahrhunderts. Ehe es Manfred und Lizette Zöschg im Jahre 1991 erwarben, stand es mehrere Jahre lang leer, war abgewohnt und damit mehr oder weniger abbruchreif. Abbruchreif? „Für die meisten, die es gesehen haben – nicht für uns“, blickt Manfred Zöschg zurück, „das Dach war dicht, der Keller trocken, die Mauern massiv – also starteten wir das Projekt Generalsanierung.“ Nachsatz: „Im Oktober 1991 haben wir das Haus erworben, im März 1992 sind wir eingezogen.“

Da er ein geschickter Handwerker ist, hat der „Manni“, wie ihn seine Lizette ruft, vieles allein bzw. mit Freunden bzw. dem Papa und den Geschwistern gemacht. „Dass bei einem Altbau die Gestaltungsmöglichkeiten begrenzt sind, war klar – aber wir haben das Beste draus gemacht“, bilanziert der Südtiroler, der zum Nordtiroler wurde. Die Böden wurden getauscht, die Fenster gestrichen, ein Bad eingebaut. Später folgten der Bau einer Garage und die Überdachung des Ganges zwischen derselben und dem Haus. In diesem hatten früher übrigens auch die vier Kinder des Paares Platz.

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„Wir lieben dieses Haus“, ergänzt sein „Weibele“, wie er Lizette nennt. „Und – nicht zu vergessen: den Garten“, ergänzt Manfred Zöschg. Der dem Haus vorgelagerte „grüne Wohnraum“ ist tatsächlich ein kleines Paradies. Die Pflanzenvielfalt, der Teich, der Kräutergarten, die Schatten spendenden Bäume, die Sitzgruppen – was Wunder, dass sich die Bewohner in der warmen Jahreszeit vorwiegend im Freien aufhalten. Der Manfred übrigens nicht nur in der warmen Jahreszeit. „Die Bank in der offenen Veranda ist auch im Winter mein Lieblingsplatzerl“, erzählt er.

Apropos Lieblingsplatzerl: Ein solches gibt’s auch noch in seiner alten Heimat, auf einer Alm im Ultental. „Dort lade ich meine Batterien auf, dort entstehen auch die meisten meiner Programme“, informiert er. Dort, im Ultental, stand ja seine Wiege. Seine Eltern wanderten Ende der 1950er-Jahre beim Bau des Ultner Stausees in die Steiermark aus, erkoren aber 1964 Hall zur neuen Heimat. Der Ultentaler Dialekt ist es ja auch, mit dem Manfred Zöschg als „Luis aus Südtirol“ Zwerchfellerschütterungen und Lachtränenflüsse auslöst. Demnächst ist er übrigens wieder live zu sehen und zu hören: am Donnerstag, 25. Juli, im Schwazer Stadtsaal SZentrum mit Gast Thomas Hochkofler alias „Der Hausmeister” (ausverkauft), am Freitag, 26. Juli, in Virgen (Dorfplatz) und am Samstag, 27. Juli, ebenfalls mit Thomas Hochkofler, im Pavillon von Tarrenz. Wobei zu erwähnen ist, dass Manfred Zöschg insgesamt ein äußerst vielseitiger und wandlungsfähiger Künstler ist. Mal klagt er dem Publikum sein Leid als bayerischer Bademeister, mal schlüpft er in die Rolle des italienischen Casanova und erteilt dem Publikum eine Lektion in Sachen Amore.

Wissend, dass der Künstlerberuf auf dünnem Eis fußt, hatte und hat er immer auch auf herkömmlichen Broterwerb gesetzt und arbeitet – derzeit allerdings in Teilzeit – in seinem gelernten Mechanikerberuf beim ÖAMTC. Während der „Luis“ noch keine Frau gefunden hat, die mit ihm seinen Bergbauernhof bewirtschaften möchte, ist – wie einleitend erwähnt – der Manfred Zöschg schon seit vielen Jahren mit seiner Lizette vereint. „Es war Liebe auf den ersten Blick“, sind sich beide einig. Kurios: Manfred Zöschg war zwar in seiner Jugend ein Jahr lang in Südafrika, seine südafrikanische Frau hat er aber nicht dort, sondern im heimatlichen Hall gefunden. „Sie hat in nur einem Monat Deutsch gelernt“, streut der Kabarettist seiner Frau Rosen. Und noch ein Lob kommt aus seinem Mund: „Sie ist die beste Köchin der Welt – bei uns gibt es keine Fertiggerichte.“ Quasi zur Bestätigung kommt Lizette mit einem Teller knuspriger Spezialitäten zur Tür herein ...


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