Bushido weist Vorwurf der Gewaltbereitschaft zurück

Der deutsche Rapper hat in seinem neuesten Musikvideo mehrere Politiker angegriffen. Er selbst wehrt sich gegen die Gewalt-Vorwürfe.

Berlin – Der Berliner Rapper Bushido hat bestritten, dass er zu Gewaltakten gegen Politiker wie Grünen-Chefin Claudia Roth oder Berlins Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) bereit sei. „Es liegt mir überhaupt nicht nah, diese Leute zu beeinträchtigen“, sagte er am Montagabend in den ARD-“Tagesthemen“. Der Sänger reagierte damit auf die massive Kritik an seinem Musikvideo „Stress ohne Grund“. Er habe die Angriffe nicht persönlich gemeint, betonte er. Er habe „dem Druck das Ventil geöffnet“.

In dem Musikvideo attackieren die Rapper Bushido und Shindy unter anderem Wowereit, Roth und den FDP-Bundestagsabgeordneten Serkan Tören. So sagt Bushido in dem Video den Satz: „Ich will, dass Serkan Tören jetzt ins Gras beißt.“ An einer anderen Stelle heißt es: „Ich schieß auf Claudia Roth und sie kriegt Löcher wie ein Golfplatz.“ Außerdem diskriminiert der Text Homosexuelle an mehreren Stellen.

Die Videoplattform youtube hat das offizielle Video des Rappers auf seiner Seite entfernt. Wowereit hatte den Rapper wegen des Videos am Montag angezeigt. Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien begann auf Antrag des Bundesfamilienministeriums mit der Prüfung des Inhalts.

Bis spätestens Mittwoch will die Behörde über die Indizierung des umstrittenen Bushido-Lieds entscheiden. Die Plattenfirma habe bis Dienstagabend Zeit zur Stellungnahme, sagte Vorsitzende Elke Monssen-Engberding. Möglicherweise könne dann noch am Abend, spätestens aber am Mittwoch beraten werden. Wird das Hass-Lied „Stress ohne Grund“ für Minderjährige gesperrt, muss es allerdings erst vom kommenden Montag an aus den Regalen verschwinden. Die Indizierung tritt erst in Kraft, wenn sie im Bundesanzeiger veröffentlicht wurde.

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Der deutsche Medienrechtler Ralf Höcker machte in einem Blogbeitrag deutlich, dass jeder, der von Bushido beleidigt worden sei, das Recht auf einen Gegenschlag habe. „Wer sich, wie Bushido, auf diese Weise selbst faktisch ehrlos stellt, muss sich vom Angegriffenen Antworten gefallen lassen, die ein zivilisierter Mensch nicht erdulden müsste“, schrieb er. (dpa)


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