Generalstreik in Griechenland: „Wir sind Menschen, keine Zahlen“

Die griechischen Gewerkschaften haben heute zu einem neuen 24-stündigen Generalstreik aufgerufen. Damit wollen sie vor allem gegen die geplante nächste Entlassungsrunde im öffentlichen Dienst protestieren, zu der sich Athen im Gegenzug für internationale Hilfskredite verpflichtet hatte.

Athen - Aus Protest gegen geplante Massenkündigungen im staatlichen Bereich haben am Dienstag in Griechenland umfangreiche Streiks begonnen. Unter dem Motto „Generalstreik - Wir sind Menschen, keine Zahlen“, legten nach Gewerkschaftsangaben die Staatsbediensteten die Arbeit nieder. Um die Mittagszeit waren Demonstrationen im Zentrum Athens und anderer Städte des Landes geplant.

Patienten mussten damit rechnen, in staatlichen Krankenhäusern nur im Notfall behandelt zu werden. Zahlreiche Museen und antike Stätten bleiben zu. Die Züge fahren nicht. Einige Buslinien in Athen wurden für wenige Stunden bestreikt. Behinderungen wurden auch im Inlandsflugverkehr erwartet, weil die Luftfahrt-Beschäftigten zwischen 12.00 Uhr und 16.00 Uhr Ortszeit (11.00 und 15.00 Uhr MESZ) ihre Arbeit niederlegen wollten. Fähren sind hingegen regulär ausgelaufen. Auch Hotels, Banken, Geschäfte sowie Taxis, U-Bahnen und Straßenbahnen in Athen wurden nicht bestreikt.

Die Proteste richten sich gegen die im öffentlichen Dienst geplanten Kündigungen. Bis Ende 2014 sollen 15.000 Staatsbedienstete gekündigt werden, davon 4000 noch heuer. Der griechische Staat, der in der Eurokrise an den Rand des Bankrotts geschlittert ist, muss sparen, um das hohe Budgetdefizit in den Griff zu bekommen. (APA/dpa)

TT-ePaper gratis testen und 5 x 1.000 € Geburtstagsgeld gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Jetzt testen
TT ePaperTT ePaper

Kommentieren


Schlagworte