Neuer Nahversorger soll nicht zu wuchtig werden

Die Pflacher Gemeinderäte schicken ein Bauprojekt in die nächste Planungsrunde. Das Gebäude in Kappl erscheint ihnen zu dominant.

Von Helmut Mittermayr

Pflach –Einer Meinung waren die Gemeinderäte in Pflach in ihrer Sitzung am Montagabend. Erstmals einen richtigen Nahversorger im Ort zu bekommen – das befürworteten alle. „Aber nicht um jeden Preis“, fasste Bürgermeister Helmut Schönherr die Meinung des Kommunalparlaments zusammen. Vor allem das künftige Ensemble im Ortsteil Kappl, wo ein Fachmarkt- und Wohnhausprojekt direkt an der Hauptstraße geplant ist und die Umwidmung durch den Gemeinderat benötigt, machte den Mandataren Kopfzerbrechen. So entspann sich eine muntere Diskussion zum Thema „E + 1“, „E + 1,5“ oder gar „E + 2“ – also die Frage, wie viele Stöcke auf das Erdgeschoß noch draufgesetzt werden dürfen, damit der Anblick „erträglich“ bleibt.

Für GR Richard Wex etwa war der fast elf Meter hohe, 20 Meter breite sowie 30 Meter lange Flachdach- entwurf „zu blockisch“. Er wünschte sich „eine Verjüngung nach oben“. GR Gerhard Schönherr argumentierte ähnlich: „Rundherum sind nur kleine Häuser. Das gilt es zu bedenken. Ganz oben ein Penthouse wäre okay, mehr nicht.“ GR Fritz Wendlinger störte etwa „der wahnsinnig geringe Abstand zur Straße“. Für GR Andreas Inwinkl war sowieso mit „E + 1“ die Obergrenze erreicht. Mit dem vorgelegten „Klotz“ konnte sich niemand anfreunden.

Die in Pflach ansässige Firma Projekt Alpha möchte das Fachmarkt-Projekt verwirklichen. Unternehmer Peter Singer stellte es mit Sohn Alexander vor. Ins Erdgeschoß soll der Lebensmittelhändler MPreis mit einer Mini-Ausführung ohne Baguette mit 200 m2 Verkaufsfläche sowie ein deutscher Caterer kommen, ins erste Obergeschoß eine Fahrschule, ein Kaffeehaus und mehr. Im wegen der Höhe umstrittenen zweiten Obergeschoß Wohnungen.

Singer machte klar, dass sich ein Gebäude ohne zweiten Stock rechnerisch nicht darstellen lasse. Nur mit „E + 2“ sehe er eine Wirtschaftlichkeit gegeben. Er reagierte damit auf die Mehrheit der Gemeinderäte, die „E + 1,5“ forderten. Also zwar Ja zu einem zweiten Stock sagten, der aber optisch und baulich zurückgenommen werden müsse. GR Thomas Singer brachte allerdings den Einwand, dass die gewünschte Gebäudehöhe „E + 1,5“ in Wirklichkeit ja doch „E + 2“ sei. Ein Stock sei schließlich ein Stock.

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Peter Singer erklärte auch, dass das Gebäude multifunktional ausgelegt sein müsse, um eine spätere Bauruine bei möglicherweise nicht zufriedenstellendem Geschäftsgang zu verhindern. Zu den geforderten Projektänderungen sei er bereit. Auch unter nachträglicher Einbindung des Pflacher Architekten Egon Hosp. Der angesprochene Ortsplaner gab zu bedenken, dass der Ortsteil Kappl im vom Gemeinderat beschlossenen zehnjährigen Raumordnungskonzept als reines Wohngebiet vorgesehen ist. Möglicherweise hätten sich viele Häuslbauer bei ihrer prinzipiellen Bauentscheidung darauf verlassen, dass dorthin kein Mischgebiet kommen werde. Ein Nahversorger sei aber eine prinzipielle Chance, die Pflach nicht auslassen sollte.

BM Schönherr ließ gar nicht mehr abstimmen. Nun heißt es umplanen. Eine allfällige Widmungsänderung bleibe trotzdem weiter offen.


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