Darum verrinnt die zweite Hälfte des Urlaubs schneller

Sommer ist Urlaubszeit: Doch für viele vergehen die wohlverdienten Tage viel zu schnell. Woran das liegt, erklärt ein Sozialpsychologe.

(Symbolfoto)
© TT/Thomas Böhm

Dresden - Kaum hat die Entspannung eingesetzt, ist es auch schon wieder vorbei mit der Urlaubsruhe. Die Tage sind genauso schnell zerronnen wie das Eis in der Hand. Warum verrinnt die zweite Hälfte des Urlaubs nur immer so viel schneller als die erste?

Der aus Deutschland stammende Sozialpsychologe Roland Deutsch kennt sich sowohl mit Zahlen als auch mit der Psyche aus. Die Sache sei nicht einfach, sagt er. Denn: „Zeitwahrnehmung ist relativ.“ Ein Beispiel: Wenn im Urlaub nicht viel passiert, wenn man sich am Strand einfach nur gepflegt langweilt, vergeht die Zeit sehr langsam. Blickt man aber später auf den Urlaub zurück, erscheint er kurz - weil man nicht viele Erinnerungen daran hat.

Mit der ersten und der zweiten Hälfte des Urlaubs könnte es sich nach Einschätzung von Deutsch so verhalten: Blickt man in der Mitte des Urlaubs auf die schon vergangenen Urlaubstage zurück, denkt man oft: „Mensch, ich hab‘ schon ganz schön viel erlebt!“ In der zweiten Hälfte hat man dann meist weniger neue Eindrücke, zum Beispiel weil man die Ferienanlage und die Umgebung schon kennt. Dadurch entsteht am Ende des Urlaubs das Gefühl, die zweite Hälfte wäre schneller vergangen.

Deshalb, so Deutsch, hat man auch das Gefühl, dass das Leben mit fortschreitendem Alter immer schneller vergeht: „Am Anfang hat man viele neue Eindrücke, die das strecken. Im Laufe der Jahre werden neue Eindrücke immer seltener. Und dann erscheint das, was verbleibt, im Vergleich zu dem, was vorher gewesen ist, wahnsinnig kurz.“ (dpa)


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