Zillertal Tourismus erneut im Kreuzfeuer der Kritik

NR Franz Hörl missbilligt die Sponsorwahl der Zillertal Tourismus GmbH. Deren Geschäftsführer rechtfertigt die Tiscover-Kooperation.

Schlitters –Unlängst wurde von Zillertaler Seilbahnern neuerlich eine transparente und sinnvolle Marketingstrategie der Zillertal Tourismus GmbH (ZTG) gefordert – die TT berichtete. Diverse Aktionen lassen bei den Bergbahnvorständen Zweifel aufkommen, ob die Budgetmittel auch zum Wohle des Zillertals eingesetzt werden.

Dass zum Beispiel bei der Zillertal Bike Challenge, die Anfang Juli von der ZTG im Zillertal durchgeführt wurde, „Tiscover“ als einer der Hauptsponsoren vom Torbogen grüßte, ist für NR Franz Hörl „symptomatisch für den zwiespältigen Weg der Zillertal Tourismus GmbH“.

„Mir gibt die Wahl solcher Sponsoren einen richtigen Stich. Der Verkauf der Tiscover an die deutsche HRS war ein teurer Fehler, welcher nicht auch noch durch Werbekooperationen unterstützt werden darf. Wir müssen alle Kräfte konzentrieren, diesen Missstand zu reparieren. Nur so kann der österreichische Tourismus Weltspitze bleiben“, meint Franz Hörl in einer Aussendung. „Dazu müssen wohl auch die Zielmärkte im Bereich Bike Challenge genau hinterfragt werden.“

Hörl verweist in dem Zusammenhang auf die „Sommer-Chefinfo“ der Österreichischen Hoteliervereinigung, in der auf die Gefahr von anderen großen Bewertungsplattformen hingewiesen wird, welche die Kundenbindung des Gastes an eine Region oder einzelne Betriebe erschweren. Die ZTG-Experten sollten erkennen, dass das Ziel der großen Buchungsplattformen vor allem Eigenmarketing ist, welches dem Vermieter schaden kann, wird Hörl in Richtung ZTG-Geschäftsführer Gernot Paesold deutlich.

Tiscover wurde im März 2008 an „HRS – Hotel Reservation Service“ in Deutschland verkauft. 2008/2009 erfolgte die Umstellung auf das Provisionsmodell.

ZTG-Geschäftsführer Gernot Paesold kontert, man gehe „sehr sensibel“ bei der Wahl der Sponsoren vor. „Wir versuchen dafür Firmen zu finden, die im Tal aktiv sind, aber die kein regionales Produkt schädigen“, erklärt er. Mit Rücksicht z.B. auf Zillertal Bier und die Sennereien im Tal würden keine fremden Biersorten oder Molkereiprodukte beworben werden.

Um die Werbepartnerschaft mit Tiscover habe sich die ZTG bemüht, weil die Buchungsplattform zum einen diverse Bike-Events unterstütze. „Außerdem gehört das Zillertal bei Tiscover zu den beliebtesten Destinationen“, rechtfertigt sich Paesold und meint: „Tiscover ist nicht schuld, dass die Preise ruiniert werden, sondern der jeweilige Vermieter.“

Franz Hörl bleibt bei seiner Meinung und spricht von einer „leichten Provokation“ bei der Sponsorwahl. (TT, ad)


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