Hochwasser kostet heimische Versicherer 250 Millionen Euro

Die diesjährige Flutkatastrophe kostete die heimischen Versicherer rund 150 Mio. Euro weniger als jene im Jahr 2002. Auch der volkswirtschaftliche Schaden dürfte geringer ausfallen.

Wien - Das diesjährige Hochwasser hat die heimische Versicherungswirtschaft 250 Mio. Euro gekostet und damit deutlich weniger, als das Hochwasser im August 2002 - damals waren es über 400 Mio. Euro. Die Schäden seien schon alle erfasst, Kleinschäden bereits abgewickelt worden, sagte der Vizepräsident des österreichischen Versicherungsverbandes (VVO), Grawe-Generaldirektor Othmar Ederer, bei einer Pressekonferenz am Dienstag in Wien.

In der Versicherungsbranche wurden zuletzt noch Belastungen zwischen 350 und 400 Mio. Euro befürchtet. „Die seit dem letzten Hochwasser ergriffenen Präventionsmaßnahmen haben gegriffen“, so Ederer. Über die Höhe des durch das Hochwasser verursachten volkswirtschaftlichen Schadens gebe es aber noch keine Zahlen. Dieser dürfte aber unter dem Niveau vom August 2002 zu liegen kommen. Damals verursachte das Hochwasser einen Gesamtschaden von fast 3 Mrd. Euro.

Flächendeckende Versicherung „nicht realisierbar“

Während der durchschnittliche Versicherungsgrad in Österreich über 90 Prozent betrage, seien Hochwässer oder Erdbeben „nicht so einfach“ versicherbare Ereignisse. Eine flächendeckende Versicherung gegen Naturkatastrophen hält Ederer „rein privatwirtschaftlich“ für nicht realisierbar. „Wir stoßen hier an die Grenzen marktwirtschaftlicher Modelle“, so der Versicherungsexperte.

Eine Versicherung gegen Naturkatastrophen wäre nur über eine große Solidargemeinschaft möglich. Ob dies auf Basis einer Pflichtversicherung oder etwa als Anhängsel bei der Feuerversicherung oder einer anderen breiten Versicherung erfolgen könnte, müsse auf politischer Ebene entschieden werden.

Die Versicherer selbst würden dabei leistbare Prämien anstreben und wollten keine Einheitsprämien, sondern nach Gefahrenzonen differenzierte Prämien. Des weiteren sollte es Selbstbehalte geben, um die Bürgen auch in die Verantwortung zu nehmen, denn schon mit überschaubaren Investitionen könnten Gegenmaßnahmen ergriffen werden.

Die Versicherungsbranche sei jedenfalls zu Gesprächen mit der Politik bereit, um praktikable Lösungen zu finden. „Das ist kein Schnellschuss-Thema, das wird etliche Monate dauern“, sagte Ederer, und realistischer Weise erst mit einer neuen Regierung umgesetzt werden können. (APA)


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