Wasser im Helm: Außeneinsatz an der ISS wurde abgebrochen

Der italienischen Astronauten Parmitano war keine Stunde im All, als er wegen des Lecks in die ISS zurückkehren musste. Er blieb unverletzt.

Moskau – Wasser im Helm des Astronauten Luca Parmitano hat zum Abbruch eines Außeneinsatzes an der Internationalen Raumstation ISS geführt. Gleich nach der Mitteilung des Italieners an die Bodenstation habe Flugdirektor David Korth das vorzeitige Ende der Mission angeordnet, teilte die US-Raumfahrtbehörde NASA am Dienstag mit. Bis dahin hatte der auf mehr als sechs Stunden ausgelegte Einsatz im All keine 60 Minuten gedauert. Der Familienvater aus Sizilien blieb unverletzt.

Parmitano von der Europäischen Raumfahrtbehörde ESA kletterte sofort wieder in die ISS in rund 417 Kilometern Höhe. Sein US-Kollege Chris Cassidy kehrte nach Aufräumarbeiten ebenfalls vorzeitig in die Station zurück. Der Einsatz könne erst wiederholt werden, wenn die Ursache des Lecks geklärt sei, sagte der Leiter des Moskauer ESA-Büros, Rene Pischel. Einen möglichen Termin gebe es noch nicht.

Es gebe verschiedene Systeme im Raumanzug, die mit Flüssigkeit gefüllt seien, sagte Wladimir Solowjow, der für den russischen Teil der ISS verantwortlich ist, der Agentur Interfax. Parmitano soll bereits beim Außeneinsatz in der Vorwoche über Wasser im Helm geklagt haben. Gemeinsam mit Cassidy wollte der 36-Jährige mehrere Aufgaben abschließen, welche die Männer vor einer Woche begonnen hatten.

Geplant war, dass sie Kabel für das russische Modul „Nauka“ (Wissenschaft) verlegen. Dieses soll im Spätherbst an der ISS andocken. Außerdem wollten sie eine Kamera austauschen. Vorgesehen waren auch Wartungs- und Inspektionsarbeiten. Die drei russischen Kosmonauten an Bord der ISS waren nicht direkt an dem Einsatz beteiligt.

Unterdessen stürzte ein elf Kilogramm schweres Bauteil von der ISS in Richtung Erde, das einem Kosmonauten bei einem Außeneinsatz im April aus den Händen geglitten war. Es bestehe keine Gefahr für Menschen und Gebäude, betonte eine Sprecherin der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos. Das „kosmische Objekt Nummer 39141“ sollte beim Eintritt in die Atmosphäre verglühen. (APA/dpa)


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