Dem Licht entgegen, in Liebe vereint

Bundespräsident Fischer, Kultusministerin Claudia Schmied und Festspielpräsident Metzler hielten die Eröffnungsansprachen. Die Festspiele dauern bis 18.August.

Bregenz – Mit Mozarts „Zauberflöte“, seebühnentauglich aufbereitet von Intendant David Pountney, gingen die Bregenzer Festspiele am Mittwochabend in ihre 68. Runde. Doch bevor Papageno, Tamino und die Königin der Nacht am Bodensee das Zepter übernahmen, wurde es im Rahmen der traditionellen Eröffnungsfeier des Musikfestivals politisch. Unter Bezug auf das Motto der diesjährigen Festspiele, „Dem Licht entgegen“, nützte Bundespräsident Heinz Fischer seine Eröffnungsrede zur Reflexion über das Thema Aufklärung. Darunter, so Fischer, verstehe er auch ein Bekenntnis zu Menschenrechten und Menschenwürde. Deren Wahrung könne zurzeit auch demokratische Gesellschaften vor enorme Aufgaben stellen. Es sei größte Vorsicht geboten, wenn man heutzutage Rechtfertigungen für eine Abkehr von Grundprinzipien des Rechtstaates höre, um etwa gegen den Terrorismus anzukämpfen. „Der Rechtstaat darf nicht zur Disposition gestellt werden – weder diesseits noch jenseits des Atlantiks“, unterstrich der Bundespräsident und warnte davor, dass auch führende Akteure demokratischer Staaten Gefahr laufen, „in die Sackgasse des Prinzips ,Der Zweck heiligt die Mittel’ getrieben zu werden“. Terrorismus – eine moderne Form des Faustrechtes – dürfe nicht nur bekämpft werden, so Fischer, er sollte im nationalen wie internationalen Miteinande­r überwunden werden.

Kulturministerin Claudia Schmied (SPÖ) erklärte in ihrer Ansprache die Bregenzer Seebühne zum „österreichischen Beitrag zur überregionalen, internationalen Kultur“ und hob – mit Bezug auf die „Zauberflöte“ – das einende Motiv der Liebe hervor. Die Aufführung der Mozart-Oper am die Völker verbindenden Bodensee sei „ein Plädoyer für ein Europa, das in seiner Sehnsucht nach Liebe einen gemeinsamen Nenner finden kann“. Was für Schmied die Liebe ist, ist für Hans-Peter Metzler, Präsident der Festspiele, die Begeisterung. In seinem Grußwort betonte Metzler, dass das Festival eine Welle der Begeisterung für die gesamte Region auslösen wolle. Schließlich gehe es in Bregenz um „Begegnung und Repräsentation, Gastfreundschaft und Kommunikation“.

Wie die abendliche „Zauberflöte“ wurde auch die Eröffnungsfeier von Intendant Pountney gestaltet. Präsentiert wurden Auszüge aus den aktuellen Festspielproduktionen. Einen Vorgeschmack auf die diesjährige Hausoper „Der Kaufmann von Venedig“ präsentierten Magdalena Anna Hofmann, Charles Workman und Hanna Herfurtner. Das Werk des polnisch-britischen Komponisten André Tchaikowsky feiert heute Abend im Festspielhaus Premiere. Insgesamt stehen bei den Bregenzer Festspielen bis 18. August rund 80 Veranstaltungen auf dem Programm. Rund 95 Prozent der gut 208.000 aufgelegten Tickets sind bereits gebucht. (APA, TT)


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