Jugendgefährdend: Bushido-Lied auf deutschen Index gesetzt

Für Bushido selbst ist der Songtitel Programm. Doch „Stress ohne Grund“ landet dennoch auf dem deutschen Index für jugendgefährdende Medien - vorerst.

Berlin – Das umstrittene Lied „Stress ohne Grund“ des Rappers Bushido ist vorläufig auf den Index gesetzt worden. Dies teilte die deutsche Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien am Mittwoch auf ihrer Internetseite mit.

Das Gremium habe die Musik-CD „NWA“ des Interpreten Shindy mit dem Bushido-Song als gefährdend für Minderjährige eingestuft. Der Text wirke verrohend, reize zu Gewalt an und diskriminiere Frauen sowie Homosexuelle.

Zeitgleich berichtete die Zeitung „B.Z.“ von der Entscheidung. Der Song „Stress ohne Grund“ enthält Tötungs- und Gewaltfantasien sowie schwulenfeindliche Parolen. Die Einschränkung tritt am Montag (22. Juli) in Kraft.

Außerdem prüft die Staatsanwaltschaft die Strafanzeige von Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit gegen den Rapper Bushido.

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„Die Anzeige ist eingegangen“, sagte Sprecher Thomas Fels am Dienstag in der Hauptstadt. Zu den konkreten Vorwürfen in dem Ermittlungsverfahren gegen den 34-jährigen Musiker äußerte er sich nicht. Nach Medien-Informationen geht es um Beleidigung und möglicherweise Volksverhetzung in einem umstrittenen Song.

Das Recht auf einen Gegenschlag

Die Berliner Staatsanwaltschaft hatte von sich aus ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, die Anzeige von Wowereit kam hinzu. Wie lange die Prüfung dauert und was daraus wird, war völlig offen.

Namentlich werden im Lied Wowereit, der FDP-Bundestagsabgeordnete Serkan Tören, Comedian Oliver Pocher und die Grünen-Chefin Claudia Roth genannt und beleidigt oder bedroht.

Medienrechtler Ralf Höcker machte in einem Blogbeitrag deutlich, dass jeder, der von Bushido beleidigt worden sei, das Recht auf einen Gegenschlag habe. „Wer sich, wie Bushido, auf diese Weise selbst faktisch ehrlos stellt, muss sich vom Angegriffenen Antworten gefallen lassen, die ein zivilisierter Mensch nicht erdulden müsste“, schrieb er. (tt.com, dpa, APA)


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