„Wochenendhaft“ für Millionendieb: Slowene darf wochentags nach Hause

Der 48-Jährige hatte den Tresor seines Arbeitgebers ausgeräumt. Er wurde zu zwei Jahren Haft verurteilt. Die Strafe muss er aber nur samstags, sonntags und an Feiertagen absitzen.

Ljubljana – Ein slowenischer Sicherheitsangestellter, der im April den Tresor seines Arbeitgebers geleert hat und mit einer Million Euro untergetaucht war, wurde in Ljubljana zu zwei Jahren Haft verurteilt. In Haft muss der 48-Jährige nach seinem gestern, Dienstag, abgelegten Geständnis nur an Wochenenden und Feiertagen. Die Woche über darf er zu Hause wohnen und einer Arbeit nachgehen, berichteten slowenische Medien.

In einer Vereinbarung mit der Staatsanwaltschaft hat sich der Mann, der sich während seiner Flucht auch in Österreich aufhielt, zur Rückzahlung von 24.000 Euro binnen fünf Jahren verpflichtet. Dabei handelt es sich um jenen Teil der Beute, die nicht sichergestellt wurde. Dem 48-Jährigen hatten bis zu acht Jahre Haft gedroht. In den slowenischen sozialen Netzwerken und Internet-Foren hat der Sicherheitsangestellte, der das Geld aus finanzieller Not entwendet haben will, um unter anderem das Altersheim seiner Mutter bezahlen zu können, breite Sympathie erfahren.

Der Angestellte hatte aus dem Tresor des größten slowenischen Sicherheitsdienstes, wo er ausgerechnet für die Überwachung des Geldes zuständig war, prall gefüllte Geldsäcke unbemerkt entwendet. Während seiner knapp zweiwöchigen Flucht hielt er sich in Österreich und Deutschland auf. Nachdem er sich selbst der slowenischen Polizei stellte, wurde beinahe die gesamte Beute sichergestellt.

Der Großteil des gestohlenen Geldes (810.000 Euro) verstaute der Mann in einem Schließfach auf dem Bahnhof in Mannheim, 75.000 Euro hatte er bei sich, als er sich den slowenischen Behörden stellte, 9.000 Euro ließ er nach dem Diebstahl zu Hause. Rund 110.000 Euro hat er einem österreichischen Bekannten zur Aufbewahrung gegeben, dieser übergab es in Klagenfurt einem Rechtsanwalt. Das in Österreich sichergestellte Geld befindet sich laut Medienberichten bereits in Slowenien, aus Deutschland wird die Summe am Mittwoch erwartet. (APA)


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