Spannender Blick ins Gestern

Aguntum bietet bald wieder die Chance, Archäologen über die Schulter zu schauen.

Von Claudia Funder

Dölsach –Wer einmal bei einer Zeitreise in die Vergangenheit live dabei sein möcht­e, wenn bislang Unbekanntes ans Tageslicht befördert wird, hat bald die Gelegenheit dazu. „Am Donnerstag, 25. Juli, findet um 10 Uhr in Aguntum eine Schaugrabung statt, zu der jeder Interessierte herzlich eingeladen ist“, erklärt Leo Gomig, Obmann des Vereins Curatorium pro Agunto. „Der Eintritt ist frei.“

Der Startschuss für die diesjährige Grabungskampagne in der einzigen Römerstadt Tirols fiel am 1. Juli. Derzeit sind 30 Leute der Universität Innsbruck vor Ort damit beschäftigt, weitere Geheimnisse des historisch bedeutsamen Ortes zu lüften. Zwei Drittel der Grabungsteilnehme­r sind Archäologie-Studenten, die hier ihr Pflichtpraktikum absolvieren.

Noch gibt es viele Rätsel zu lösen, denn erst rund zehn Prozent von Aguntum sind ausgegraben. Jedes Jahr werden neue wertvolle Erkenntnisse gewonnen und die Geschichte der im Jahr 610 untergegangenen, einst wohlhabenden Römerstadt wieder ein Stück fortgeschrieben.

„Die aktuelle Grabungskampagne läuft noch bis 15. August“, betont Gomig.

Im Vorfeld waren 1500 m³ Material grob abgetragen worden, um das zu untersuchende Areal für die Tätigkeite­n des wissenschaftlichen Personals der Universität und der Studenten vorzubereiten.

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Auch heuer werden wieder diverse Münzen aus verschiedenen Jahrhunderten und Keramik aus der Erde befördert werden.

Es könnte aber auch besonders spannend werden. „Vielleicht stößt man auch auf einen keltischen bzw. eher römischen Tempel, der im Bereich des Forums, wo heuer weitergegraben wird, vermutet wird“, hofft der Vereinsobmann. „Eine Georadar-Untersuchung zeigte entsprechende Strukturen an, die darauf hindeuten.“

Die Freilegung des gesamten Forums wird noch einige Jahre in Anspruch nehmen.

Bei Schlechtwetter entfällt die Schaugrabung am 25. Jul­i oder findet eingeschränkt statt. Für Interessierte gibt es aber ohnehin eine zweite Möglichkeit. Gomig: „Rund zwei Wochen nach diesem Termin wird eine weitere Schaugrabung angeboten.“


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