Kaunertal: EU entscheidet am 24. Juli

Nächste Woche will die EU darüber entscheiden, ob der Ausbau des Kraftwerks Kaunertal im EU-Interesse steht oder nicht.

Innsbruck –Ende Juni wurde bekannt, dass die Erweiterung des Tiwag-Kraftwerks Kaunertal um rund eine Milliarde Euro möglicherweise als Projekt im gemeinschaftlichen Inter­esse der Europäischen Union eingestuft werden könnte. Umweltorganisationen wie der WWF äußerten sich sehr kritisch dazu, schließlich geht es um die Interessenabwägung im Zusammenhang mit der Genehmigung dieses Kraftwerksvorhabens. Das erste Zwischenergebnis im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung fiel in Teilbereichen negativ aus, manche Gutachter hegen sogar Zweifel an der Genehmigungsfähigkeit der Kraftwerkserweiterung. Die Eingriffe in die Natur könnten nicht ausreichend kompensiert werden, heißt es. Die Tiwag will diese Bendenken aber ausräumen.

Dass plötzlich die EU mitmischt, alarmierte vor allem die Grünen. Denn ihre Skepsis gegenüber dem Kaunertal-Ausbau ist groß. Indessen gibt es einen regen Informationsaustausch zwischen Innsbruck und Brüssel. Gleichzeitig hat die grüne Europaabgeordnete Eva Lichtenberger dazu eine Anfrage im Europaparlament gestartet. Sie will wissen, warum das Kaunertal-Kraftwerk überhaupt in die engere Auswahl für Pumpspeicherkraftwerke im EU-Interesse gekommen ist und welche Kriterien dafür gelten.

Zuletzt trat die EU (Generaldirektion Energie) selbst auf den Plan und hat aufgrund der Informationen aus Tirol über die ersten negativen Ergebnisse der Umweltverträglichkeitsprüfung beim Land Tirol angefragt, wie es nun mit der Realisierung des Projekts und möglichen negativen Auswirkungen aussieht. Für die EU drängt nämlich die Zeit, denn bereits am 24. Juli will sie die Entscheidung über die Kraftwerksvorhaben treffen, die im öffentlichen Interesse der EU stehen. Das wurde der Tiroler Landesregierung auch mitgeteilt. (pn)

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