SUV-Chefdynamiker in neuem Format

Ford trug dem weltweiten SUV-Boom Rechnung und entwickelte den neuen Kuga gleich als Weltauto. Dafür legte das Kompakt-SUV nicht nur an allen Ecken und Enden, sondern auch technisch zu.

Von Reinhard Fellner

Innsbruck –Als Ford 2007 als einer der ersten europäischen Hersteller den Kuga ins boomende Segment der Kompakt-SUV rollen ließ, geriet das Modell zum Markenstatement von Ford Europa. Das mit Abstand fahraktivste Fahrwerk seiner Klasse paarte sich da mit direkter Lenkung, aufregendem Design und knapp geschnittener Karosserie. Ein Spaßmacher rein für den verwöhnten europäischen Markt. Nach nur fünf Jahren war deshalb schon ein neuer Kuga serienreif. Wiederum ein Spaßmacher, der jedoch als Weltauto zu den dynamischen Qualitäten an allen Ecken und Enden an Format zugelegt hat.

So wuchs die ungemein attraktiv geschnittene Karosserie um acht Zentimeter in die Länge. Ein Umstand, der den Kuga nun noch gestreckter und dynamischer aussehen lässt. Zudem geriet der Fahrgastraum spürbar luftiger und wuchs auch der Standard­kofferraum um entscheidende 46 Liter auf nunmehr 456 Liter (Frontantrieb + 60 Liter) an. Letzteres ist im Segment zwar kein Spitzenwert, macht den Kuga aber nun zu einem ernsthaften Familienauto.

Da das neue Weltauto auch zum Welterfolg werden soll, hat Ford überhaupt viel Gehirnschmalz in Entwicklung und Details des Kuga gesteckt. So ist der Kuga Erster im Segment mit elektrischer Heckklappe und Öffnung per Fußschwenk – mit zwei Taschen in den Händen ein Segen. Danach erwartet einen ein optimal nutzbares und ebenes Ladeabteil, das per Hebelzug die Rücklehnen fallen lässt und 1653 Liter freigibt.

Erst in Fahrt, fällt zuallererst die hervorragende Geräuschdämmung auf. Überhaupt hat der Kuga nochmals bei der Materialqualität einen Sprung nach vorne gemacht, während das futuristisch gezeichnete Armaturenbrett noch immer kein Muster an Übersichtlichkeit ist.

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Dafür merkt man schon nach der ersten Kurve: Ford!

Eine neue elektromechanische Lenkung entpuppt sich als zielgenauer, direkt abgestimmter, aber nicht nervöser Klassenprimus. In derselben Liga spielen Fahreigenschaften und Bremsen. Kaum einer seiner Konkurrenten fährt sich so leichtfüßig. Statt übertriebener Fahrwerkshärte sind dafür technische Innovationen verantwortlich. So beeinflusst die einst für Sportmodelle entwickelte „Torque Vectoring Control“ das Fahrverhalten wie ein mechanisches Sperrdifferenzial, indem das System bei flotter Kurvenfahrt Räder durch gezielte Bremseingriffe am Durchdrehen hindert. Eine elektronische Lenkwinkelkontrolle erhöht durch gezielte Eingriffe in Lenkung und Motorsteuerung in kritischen Situationen wiederum die Sicherheit. Dass der Kuga seine Fünf-Sterne-Crashtest-Sicherheit wohl gar nie unter Beweis wird stellen müssen, dafür sorgt bei den 4x4-Modellen auch ein Allradantrieb neuester Generation. Das System berechnet in Sekundenbruchteilen die jeweils optimale Mischung aus gutem Handling und bester Traktion und verteilt bis zu 100 Prozent des Drehmoments an die Vorder- oder Hinterachse. Bis zu 30 km/h steht dabei die Traktion voll im Vordergrund, danach der Fahrspaß.

So strömt die Kraft des getesteten 140-PS-Diesels immer verlustfrei auf die Räder. Mit 320 Newtonmetern ist man mit dem bislang meistverkauften Diesel aber ohnehin souverän motorisiert. Zumal im TT-Test trotz vermehrten Stadtbetriebs und flotterer Bergstraßenetappen nicht mehr als 7,7 Liter Diesel durch die Brennkammern flossen.

Wer die im Testwagen installierte Doppelkupplungsautomatik bestellt, schwimmt ohnehin immer im optimalen Drehzahlbereich entspannt dahin.

In der Praxis angenehm auch das in der Version „Titanium“ schon serienmäßige „Sync-System“, das Smartphones sicher an das Multimediasystem ankoppelt und auch als gut funktionierende Bluetooth-Freisprechanlage dient – so sieht ein modernes Multimediasystem aus. Über 300.000 Kugas der ersten Serie wurden abgesetzt. Da der neue alles besser kann und zudem um bis zu 2000 Euro billiger wurde, dürfte er wohl ein Welterfolg werden. Inklusive „Celebration Bonus“ und vier Jahren Garantie fährt man derzeit schon ab 23.990 Euro los. Mit Diesel, Allrad, Automatik und Bestausstattung sind es 36.700 Euro.


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