Panda Natural Power: Gas und Spaß

Auf die Frage nach praktikablen Alternativantrieben antwortet der Fiat-Konzern mit Gas. Für den neuen Panda entwickelte der Antriebspionier den weltweit ersten Zweizylinder-Turbo für Erdgas und Benzin.

Von Reinhard Fellner

Innsbruck –Alternativantriebe sind derzeit in aller Munde. Während Hersteller mit ihnen die strengen Emmissionsgrenzwerte erfüllen wollen, hoffen Kunden vor allem auf gesteigerte Wirtschaftlichkeit. Nachdem der Elektrohype bislang in eine Sackgasse fuhr und auch die Hybridtechnologie den europäischen Geschmack vorab noch nicht voll zu treffen scheint, bleibt als letzte ernstzunehmende Alternative zu herkömmlichen Brennstoffen Gas.

Vorteil Erdgas: Die technische Entwicklung befindet sich hier nicht am Anfang, sondern am Höchststand. So erkennt man quer über alle Marken beim Fahren kaum einen Unterschied mehr, ob man gerade mit Gas oder Benzin unterwegs ist. Erdgas ist dazu der sauberste aller verfügbaren Kraftstoffe, was die Tore aller Umweltzonen öffnet. Zudem ist Erdgas laut US-Umweltschutzagentur nach Diesel der sicherste Kraftstoff – vorbei die Zeiten, wo man mit Gasfahrzeugen in Tiefgaragen kritisch beäugt wurde. Zudem kostet eine Gasfüllung einfach nur halb so viel wie eine mit Diesel.

Für den völlig neu entwickelten Panda Natural Power bedeutet dies, dass eine komplette Füllung gerade 12,82 Euro kostet. Aufgrund des Tankvolumens sollte man damit locker über 300 Kilometer fahren können – noch Fragen?

Die Gastanks sind dabei am Unterboden so platzsparend angebracht, dass das Kofferraumvolumen mit 200 Litern fast unberührt blieb. Erfahrung macht sich eben bemerkbar: So hat Erdgas-Pionier Fiat seit 1997 mehr als 500.000 Gas-Autos gebaut und ist somit Europas führender Hersteller bei der werksseitigen Ausrüstung mit Erdgasantrieben. Das schlägt sich in der Umweltbilanz nieder: So wurde Fiat 2012 bereits zum fünften Mal in Folge der Anbieter mit der emissionsärmsten Flotte in Europa.

TT-ePaper gratis testen und 5 x 1.000 € Geburtstagsgeld gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Jetzt testen
TT ePaperTT ePaper

Genug der Theorie. Wie fährt sich der neue Natural Power?

Im TT-Test erkannte man schon nach dem ersten Schlüsseldreh Fiats Twin-Air-Zweizylinder wieder. Ein topmodernes Downsizing-Turbo-Aggregat (Engine of the year 2011), das enorme Drehfreude (0 – 100 km/h in 12,8 Sekunden) mit üppigem Drehmoment (140 Nm ab 2500 U/min) und niedrigen Verbräuchen verbindet.

Ein echter Spaß, so eine Kraft und Drehfreude in einem souverän motorisierten Kleinwagen auf sich wirken zu lassen.

Begleitet wird dies von einem Klang, der an den seligen Puch 500 erinnert und der ab 3000 Touren immer röhriger und lauter wird. Im kultigen Fiat 500 Cabriolet gibt es deshalb keine passendere Maschine. Im sachlicheren Panda kann man das mögen oder nicht.

Ab Start fährt dieser Panda übrigens immer erst mit Gas los – wer will, kann während der Fahrt mit Knopfdruck auf Benzin oder eben wieder zurückschalten. Erst wenn der Gastank leer ist, schaltet das System automatisch auf Benzinantrieb um. Dies geschieht praktisch alles unbemerkt. Einzig bei Kaltstart wirkt die Maschine mit Gas etwas vibrierender als das 85-PS-Benziner-Pendant. Eine kaum wahrnehmbare Kleinigkeit im Vergleich zu den unglaublich niedrigen Betriebskosten des Gasantriebs.

Der offizielle Aufpreis für den Natural Power beträgt übrigens 2500 Euro. Nicht wenig bei einem Kleinwagen, aber recht schnell amortisiert, wenn man den Italo-Bären ein wenig bewegt – dazu kommt auch noch das gute Gefühl, eines der saubersten Fahrzeuge am Markt zu fahren. Zum TT-Test gaste der Panda übrigens als „Panda Trekking“ an. Dies bedeutet nicht nur den zurzeit so angesagten „All Terrain“-Look, sondern durch die Höherlegung auf „Panda 4x4“-Niveau auch Übersicht und Bodenfreiheit. Dazu kommt eine Berganfahrhilfe. ESP mit Berganfahrhilfe besitzt ab „Easy“-Ausstattung ohnehin jeder Panda.


Kommentieren