Auch der Glaube versetzt Berge

In der letzten Sekunde dem Abstieg entronnen, peilt der FC Wacker Innsbruck in der kommenden Saison das Mittelfeld der Bundesliga an. Vor dem Auftakt gegen Sturm Graz (Sonntag, 16.30 Uhr) scheint vieles möglich.

Am (jungen) Gesicht der siegreichen ÖFB-Cup-Truppe wird sich auch zum Bundesliga-Auftakt bei Wacker wenig ändern. Nur Torhüter Wolfgang Schober muss Edelroutinier Szabolcs Sáfár (38) gegen Sturm mit Sicherheit wieder Platz machen. Foto: gepa

Von Alex Gruber

Innsbruck –Wie gut ist der FC Wacker? Zumindest gut genug, um nach einem Katas­trophenstart in der Vorsaison (drei Punkte nach elf Runden)und einem darauf folgenden Trainerwechsel (Roland Kirchler kam für Walter Kogler) in der letzten Runde mit einer historischen Aufholjagd in Wolfsberg (von 0:2 auf 3:2) doch noch die Liga zu halten.

Die Kraft aus diesem Husarenstück soll künftig Berge versetzen. Und es ist unglaublich, aber wahr, dass sich unter dem steten Hochdruck im Abstiegskampf Tiroler Eigengewächse wie Sebastian Siller oder Lukas Hinterseer zu wertvollen Bundesliga-Recken hochgedient haben. „Es war damit auch ein gewisses Risiko verbunden – und stell’ dir vor, das wäre nicht gut gegangen“, zeigt sich Kirchler auch demütig, dass die Generation der jungen Wilden die Chance unter diesen Extrembedingungen angenommen hat.

Auf den Außenbahnen ist Wacker mit aufstrebenden auswärtigen, dynamischen österreichischen Kickern wie Thomas Bergmann (Wien), Christian Schilling, Daniel Schütz (beide Steirer) sowie Christopher Wernitznig (Kärnten) bestens besetzt. Alex Hauser und Thomas Löffler sind universell einsetzbare Tiroler Bekannte, Marco Kofler ist der neue Sechser.

Neuzugang Stipe Vucur verteidigte in der Vorbereitung und im ÖFB-Cup-Spiel wie ein Routinier. Im Abwehrzentrum kommt nach seiner Zahnverletzung noch der spanische Routinier Egoitz Jaio ins Spiel. Der Torhüter ist mit Szabolcs Sáfár eine Bank, Wolfgang Schober seine Vertretung.

An der unermüdlichen Speerspitze Roman Wallner gibt es nichts zu rütteln, Neuzugang Stjepan Vuleta soll zusätzlich umrühren, Andreas Kuen gilt als Mann der kommenden Stunde. Mit Miroslav Milosevic wurde auch die Gefahr bei den ruhenden Bällen erhöht. Und Alternativen hat Kirchler rund um Tomáš Abra­hám („Er verhält sich vorbildhaft und ist immer noch mein Kapitän“) in jeder Position.

„Zwischen Platz vier und zehn ist alles drin. Platz zehn möchte ich nicht in den Mund nehmen“, zeigt sich Kirchler optimistisch. Seine Handschrift prägt den FC Wacker – mit dem Mut, nach vorne zu marschieren, all das gepaart mit Kreativität und jeder Menge Herz. „Lass uns gegen Sturm Graz gewinnen, dann ist einiges möglich“, lautet der allgemeingültige Tenor in den schwarzgrünen Reihen. Man(n) will zumindest auf dem grünen Rasen wieder begeistern.

Außer Red Bull Salzburg und der Wiener Austria mutet die gesamte Gegnerschaft der Tiroler, die übrigens Gleiches über den FC Wacker denkt, durchaus schlagbar an. Sturms gestriges Europacup-Gastspiel in Island und das direkte Duell in Runde eins sei laut Kirchler kein Nachteil: „Die werden mit einem Topcoach immer besser werden.“ Das soll auch für Wacker im gesicherten Mittelfeld gelten.


Kommentieren