Eltern ziehen „falsches“ Kind auf

Bei einer künstlichen Befruchtung wurde in Deutschland eine Eizelle vertauscht. Die Eltern sind geschockt.

Jena, Innsbruck –Das Kind aus Deutschland, das 2006 zur Welt kam, hatte rötliche Haare und blasse Haut. Die Mutter und ihr Partner hatten hingegen beide dunkle Haare. Jetzt, rund acht Jahre nach einer künstlichen Befruchtung, kam die dramatische Verwechslung ans Tageslicht und ist nun ein Fall für die Justiz.

Wie Der Spiegel berichtete, wurde einer Mutter (38) aus Hessen in einem Reproduktionszentrum in Jena wohl die falsche befruchtete Eizelle eingesetzt. Weder der Vater noch die Mutter seien die biologischen Eltern des Kindes. Der Fehler war bekannt geworden, nachdem sich das Paar getrennt und der vermeintliche Vater einen Vaterschaftstest veranlasst hatte.

Eine Horrorvision für alle Beteiligten „und sicher ein Ausnahmefall“, sagt Ludwig Wildt, Leiter des Kinderwunschzentrums der Klinik Innsbruck. Vermutlich wurden Petrischalen oder die Namen der Eltern vertauscht. In Innsbruck sei ein derartiger Fall noch nie eingetreten, beruhigt Wildt. Damit es nicht dazu kommen kann, müssen wichtige Maßnahmen befolgt werden: „Die Kulturen mit den Embryonen sind sorgfältig zu behandeln und die Kulturschalen mit Barcodes eindeutig zu identifizieren“, erklärt der Mediziner. Auch die Patientin und der Partner müssten vor dem Transfer klar identifiziert werden, z. B. mittels Ausweiskontrolle. Besondere Vorsicht sei gefragt, wenn Namen, wie etwa Huber, häufiger vorkommen. Bei ausländischen Patienten sollte wiederum ein Dolmetscher vor Ort sein, damit es zu keiner Verwechslung kommt. „Oft werden in großen Reproduktionszentren 20 Punktionen pro Tag durchgeführt“, weiß Wildt. In kleineren, wie Innsbruck, werden im Vergleich dazu fünf bis zehn Paare pro Woche behandelt. Außerdem gibt es weniger Ärzte, und diese kennen ihre Patienten meist genau. (nic, APA)

TT-ePaper gratis testen und 5 x 1.000 € Geburtstagsgeld gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Jetzt testen
TT ePaperTT ePaper

Kommentieren


Schlagworte