Globaler Strom-Vorstoß

Die Enthüllung des ersten BMW-Elektrikers ging zeitgleich auf drei Kontinenten über die Bühne. Der i3 ist in Österreich ab Mitte November startklar.

Von Beatrix Keckeis-Hiller

London –Die Londoner waren gerade mit dem Lunch fertig, die New Yorker mussten recht früh aufstehen, die Pekinger hatten ihr Tagewerk schon hinter sich: Im Rahmen eines durchkomponierten Simultan-Events enthüllten die Mitglieder der Chefetage von BMW zeitgleich ihr erstes vollelektrisches Serienauto, den i3. Der globale Strom-Vorstoß erfolgte um 13.30 Uhr in London/England, um 8.30 Uhr in New York/USA und um 20.30 Uhr in Peking/China (um 14.30 Uhr österreichischer Zeit).

Das BMW i3 Concept Coupé war als Europa-Premiere auf dem Genfer Autosalon des vergangenen Frühjahrs zu sehen gewesen. Jetzt ist der mit 3,999 Metern Länge, 1,775 Metern Breite und 1,578 Metern Höhe kompakte Viersitzer serienfertig. BMW verkündet stolz, damit das erste Premium-Großserienfahrzeug auf den Markt der rein batterie-betriebenen, dezidiert auf das Elektriker-Dasein hin kons­truierten Pkw zu bringen.

Gemacht und gedacht ist der Elektro-Bayer als nachhaltiges individuelles Mobilitätsangebot vor allem für Großstädte – Megacitys vom Schlage Londons, New Yorks und Pekings.

Das elektrische Herz des Fünftürers ist ein Hybrid-Synchronmotor mit integrierter Leistungselektronik, Ladegerät und Generatorfunktion zur Rekuperation. Die Leistung: 170 PS. Das Drehmoment: 250 Nm. Der Null-auf-100-Sprint: 7,2 Sekunden. Der Topspeed: 150 km/h. Die Eckdaten der mittig im Fahrzeugboden postierten Lithium-Ionen-Akkus: 360 V, 22 kWh, bis 50 kW Rekuperationsleistung.

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Triebwerk und Energiespeicher sind eingebettet in ein Alu-Chassis. Der Aufbau mit vier gegengleich öffnenden Türen und Heckklappe besteht aus kohlefaserverstärktem Kunststoff (CFK), die Inneneinrichtung aus wiederverwertetem und wiederverwertbarem Plastik sowie aus Textilgeweben und Leder. Das Leergewicht gibt der Hersteller ab 1195 Kilogramm an, das Kofferraum-Volumen mit 260 bis 1100 Litern.

Mit diesem Gesamtpaket soll der i3 nicht nur den Nachhaltigkeits- und den lokalen Emissionsfreiheits-Beweis antreten, sondern auch das erfüllen, was traditionell von einem Bayern erwartet wird: Fahrfreude und sportliche Agilität. Nun, die Antriebskräfte werden auf die Hinterachse geleitet, der Wendekreis beträgt 9,86 Meter. Gänge wechseln allerdings spielt’s nicht, es gibt nur eine automatische Vorwärtsfahrstufe, dazu Rückwärtsgang (und Leerlauf).

Einen der wesentlichsten Faktoren, die Reichweite, gibt BMW mit 130 bis 160 Kilometern an. Im Comfort-Modus. Bei vernünftigster Fahrweise sollen sogar bis zu 200 Kilometer möglich sein. Wer nicht nur die Stadt queren, sondern auch ins Umland gelangen will, der kann den i3 mit Range Extender ordern. Ein Zweizylinder-Benziner mit 647 ccm Hubraum und 34 PS (55 Nm) sowie neun Litern Tankinhalt kann dann die Batterie-Speisung übernehmen und den möglichen Aktionsradius auf bis zu 300 Kilometer erhöhen. Damit erhöht sich auch das i3-Gewicht auf mindestens 1315 Kilo.

Gemäß den Anforderungen der aktuellen Zeit haben die Entwickler ein komplettes Programm an Komfort- (Klima & Co.), Sicherheits- (Crash-Elemente, Entkopplung der Batterien von der Fahrgastzelle) und Assistenz-Systemen (Notbremsfunktion, Tempomat & Co.) in den i3 gepackt. Und ihn in ein elektronisches Netz gesetzt, das unter dem Titel „Connected Drive“ bereits seit einiger Zeit gesponnen wird. Das umfasst, abgesehen von Navigation, eine Reihe von Online-Mobilitäts- und -Service-Diensten.

Zum Aufladen empfehlen die Bayern entweder die Haushaltssteckdose, öffentliche Strom-Ladestationen oder die im eigenen Haus entwickelte „iWall Box“.

Kosten lässt sich BMW das elektrische Fahren ab 35.700 Euro, mit Range Extender 40.400 Euro. In diesen Tarifen inkludiert ist das so genannte BSI-Paket, ein Inklusiv-Package, das für fünf Jahre und 60.000 Kilometer Wartungsarbeiten und Services an Fahrzeug und Batterien abdeckt.

Der Verkauf läuft in Österreich über fünf Handelsstandorte, das sind „BMW i Agenten“ in Innsbruck, Wien, Linz, Salzburg und Graz. Mit bundesweit 24 Partnern wurden bisher „BMW i Service“-Verträge abgeschlossen.

Die ersten i3-Modelle sind bereits in Österreich eingetroffen. Zum Anschauen. Einsteigen und losfahren kann man dann ab 16. November.


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